Gesundheitsfonds: 80 Millionen Euro weniger für zahnmedizinische Versorgung im Land Dezember 10, 2007
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Vertragszahnärzte Baden-Württembergs warnen:
Stuttgart – „Unsere Berechnungen ergeben: Rund 80 Millionen Euro werden pro Jahr für die zahnmedizinische
Behandlung der gesetzlich Versicherten in Baden-Württemberg fehlen, wenn der Gesundheitsfonds
wie gesetzlich festgelegt ab 2009 kommt“, betonte Dr. Ute Maier, stv. Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen
Vereinigung (KZV) Baden-Württemberg, in der Vertreterversammlung in Überlingen. Die eindringliche Warnung vor den negativen Folgen untermauerten die Delegierten mit einer einstimmig verabschiedeten, an die Politik gerichteten Resolution, die Einführung des Fonds „im Wissen um die drohenden eklatanten Verwerfungen“ zu stoppen.
Die Versicherten in Baden-Württemberg zahlen derzeit aufgrund des höheren Einkommensniveaus vergleichsweise auch höhere Beiträge für ihre Krankenversicherung.
Aus dem Gesundheitsfonds werden die Krankenkassen bundesweit jedoch nur noch einheitliche Pauschalen pro Versichertem erhalten. Für Baden-Württemberg bedeutet das: Drastisch weniger Finanzmittel
für die medizinische Versorgung und folglich der Verlust des hohen Versorgungsniveaus.
Die Delegierten lehnten den von der Großen Koalition eingeschlagenen Weg zur zentral gesteuerten Einheitskrankenversicherung kategorisch ab. Sie plädierten für eine „vielfältige, regional starke gesetzliche
Krankenversicherung“ und die Sicherstellung der hervorragenden zahnmedizinischen Versorgung für die
Versicherten in Baden-Württemberg. Nicht nachvollziehen konnte man, dass die Landesregierung „ein
derartig zentralistisches und sozialistisches Konzept“ unterstütze.
„Dieser Mittelabfluss wird durchschlagen auf die freiberuflich organisierten Zahnarztpraxen“, betonte Frau Dr. Maier. „Die Praxen gehören aber als mittelständische Unternehmen zu den Stützen der Wirtschaft vor Ort,
sie schaffen und erhalten mehr Arbeitsplätze als manches global agierende Großunternehmen.“ Bei sehr
viel schlechter werdenden Rahmenbedingungen könne man dies jedoch so nicht mehr leisten.