Traunsteiner Zahnarzt behandelte Menschen in Ecuador Dezember 13, 2007
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ein Bericht aus der Traunsteiner Zeitung:
Tief beeindruckt von seinen Erlebnissen während seines Hilfseinsatzes in einer Missionsklinik in Ecuador zeigte sich jetzt der Traunsteiner Zahnarzt Dr. Armin Konnert gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Ecuador ist eines der ärmsten Länder Südamerikas und die südliche Andenprovinz Zamora-Chinchipe ist wiederum einer der ärmsten Teile dieses Landes. Im Tal des Rio Yacuambi, einem Quellfluss des Amazonas, liegt Guadalupe, ein Ort mit kaum 800 Einwohnern und einer Missionsklinik, in der die Bewohner des zerklüfteten Berglandes aus mehr als 100 Kilometern Umkreis behandelt werden. 1991 übernahm der Vorarlberger Pater Georg Nigsch die Leitung der Missionsstation. Kirche, Gemeindehaus, Bildungshaus, eine Gartenanlage er sorgte sich nicht nur um das Seelenheil seiner Gemeindemitglieder. Er schaffte Arbeitsplätze in dem Tal und eine medizinische Versorgung.
In der nach europäischen Normen ausgestatteten Clinica Nuestra Senora de Guadalupe arbeiten auch deutsche Zahnärzte. Der Vorsitzende des Förderkreises Clinica Santa Maria e.V. ist Dr. Eberhard Pierro, Zahnarzt aus Bühl. Der Förderkreis versorgt die Abteilung mit Material und Personal. Inzwischen ist die Zahnstation wegen der vielen Anfragen der deutschen Zahnärzte das ganze Jahr über besetzt. Bis heute wurden hier 4000 Patienten behandelt. Außer der zahnärztlichen Abteilung gibt es eine Apotheke, zwei ärztliche Untersuchungszimmer, einen Operationssaal und zwei Bettenzimmer.
Als ich mich entschloss, nach Ecuador zu gehen, habe ich darin ein großes Abenteuer gesehen. Das war es auch, berichtet Dr. Konnert. Die Arbeit in der Klinik unterschied sich medizinisch recht wenig von der in Traunstein. Sonst war jedoch alles anders: Bei der Arbeit läuft immer Musik, ich musste mich mit keinerlei Bürokratie oder Versicherungen herumschlagen und fast alle Patienten haben immer gelächelt. Termine gibt es nicht. Jeden Tag kommen die Patienten und wer zuerst da ist, kommt zuerst dran. Die anderen warten geduldig. Oft kommen sie von weit her und haben die Kinder dabei. Wenn sie an der Reihe sind, sind alle freundlich und dankbar. An manchen Tagen waren so viele Patienten da, dass wir nicht alle behandeln konnten. Auch das haben sie verstanden und manche haben in Guadalupe übernachtet im Freien.
Viele Patienten gehören zum Stamm der Saraguro, der Ureinwohner. Auf den ersten Blick sehen die wenigsten Menschen arm aus, denn sie ziehen meist ihre besten Kleider an, wenn sie in die Klinik kommen. Aber in den Hütten leben nicht selten zehn Menschen in einem Raum um ein Feuer, die vielleicht gerade genug zu essen haben, denen es jedoch vor allem an medizinischer Versorgung mangelt. Fast alle Patienten hatten sehr schlechte Zähne, besonders die Kinder. Mit ihnen habe ich mich am meisten beschäftigt und vielen erklärt, wie sie Zähne putzen und sich ernähren sollen. Sie hatten wenig Ahnung von Zusammenhängen zwischen Zuckerkonsum, schlechter Mundhygiene und der Entstehung oraler Erkrankungen. Es gebe viel und billiges Cola, überall Zuckerlutscher, aber wenig Zahnbürsten und kaum Aufklärung. Überhaupt gibt es viele Kinder, überall. Vielleicht zu viele sagen manche, vielleicht gibt es aber bei uns zu wenige, so Dr. Konnert.
Alle Menschen dort seien in unseren Augen arm. Aber sie besitzen innere Reichtümer, die mich sehr beeindruckt haben, je länger ich mit ihnen gearbeitet habe: Sie haben Zeit, sie haben Freundlichkeit und sie sind von einer natürlichen Fröhlichkeit erfüllt, die man nur sehr schwer erklären kann. Wenn man im Urlaub an einem Hilfsprojekt mitarbeitet, hat man nicht viel Zeit, das jeweilige Land zu bereisen, aber man versteht und erfährt mehr von den Menschen und ihrem Leben, als wenn man drei Monate herumreist, weil man mit den Menschen lebt. Und man wird dafür belohnt, durch Erfahrungen, die einem sehr viel mehr geben, als man selbst gegeben hat, schwärmt Dr. Konnert. Wer den Förderverein mit einer Spende unterstützen möchte, erhält nähere Informationen bei Dr. Armin Konnert, Praxis Dr. Unterhuber, Telefon 0861/5353