Zahnarzt aus Breinig als Wegbereiter in Afrika Januar 28, 2008
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über die secours dentaire international berichtet die AZ
Stolberg-Breinig. Zahnschmerzen «aussitzen» zu müssen: Das ist für viele Afrikaner Alltag. «Dort, wo es keinen Zahnarzt gibt oder eine Behandlung für die Landbevölkerung zu teuer ist, geht man noch zum Medizinmann», erzählt Dr. Armin Reinartz, der sich am Dienstag gemeinsam mit seiner Frau Annelie auf den Weg nach Kumba in Kamerun macht.
Der Medizinmann kann nur bedingt helfen, wohl aber Zahnarztkunst nach europäischem Standard. Das Zahnarzt-Ehepaar aus Breinig und weitere 30 Kollegen engagieren sich deshalb dafür, dass langfristig immer mehr Afrikanern zahnärztlich versorgt werden können.
Hilfe zur Selbsthilfe – von dieser Philosophie sind die Reinartz´ überzeugt. «Nur so kann man tatsächlich etwas gegen die Armut auf dem schwarzen Kontinent tun», findet Reinartz. Darum arbeitet das Ehepaar ehrenamtlich für den Schweizer Verein «Secours Dentaire International».
Der leistet zahnärztliche Entwicklungshilfe ganz im pragmatischen Stil der Schweizer. «Die Idee ist, dass Dentisten aus Europa Zahntherapeuten in Afrika ausbilden, damit diese anschließend in der Lage sind, eine zahnärztliche Betreuung auf gutem Niveau zu leisten», sagt Dr. Armin Reinartz.
Die vorhandene Infrastruktur wird genutzt, «wir eröffnen unsere Zahnkliniken in bereits bestehenden Krankenhäusern. So können wir zum Beispiel über die Krankenhaus-Apotheke Medikamente bestellen.»
Ihre Partner seien die Kirchen, die notfalls die Zahntherapeuten bezahlen, falls keine anderen Mittel zur Verfügung stehen, das Krankenhaus oder der Staat nicht für das Gehalt aufkommen. Somit ist automatisch gewährleistet, dass sich auch die Landbevölkerung einen Besuch beim Dentaltherapeuten leisten kann. Positiver Nebeneffekt: Es werden Jobs geschaffen.
«1992 waren meine Frau und ich für fünf Monate in Afrika. Wir gehörten zu einem von sechs Teams mit Zahnärzten, die die Dental-Therapeuten ausbildeten.» Die Ausrüstung sei sehr gut, «Zahnarztstuhl und alles andere kommt direkt aus der Schweiz.» Den Mangel an Zahnärzten in Afrika erklärt Reinartz so: «Die Verdienstmöglichkeiten im Ausland sind viel besser, und das Studium ist teuer. Darum gehen viele Afrikaner ins Ausland. Oder sie bleiben, aber ein Besuch in ihren Praxen können sich nur die Reichen leisten.»
Die Schweizer Organisation füllt somit in Afrika eine wichtige Lücke, hat in mehr als zwei Jahrzehnten elf Zahnkliniken in acht Ländern Afrikas und auf Haiti errichtet. Bei ihrer achten Afrika-Reise für «Secours Dentaire International» bilden die Breiniger diesmal nicht aus: «Wir schauen während unseres zehntägigen Aufenthalts, ob alles läuft.»