Raus aus dem „totalitären System“ Januar 30, 2008
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so der bayrische Rundfunk in den Tagesthemen
Der Vorsitzende des bayerischen Hausärzteverbands Wolfgang Hoppenthaller hat den Mitgliedern seines Verbandes einen Ausstieg aus dem kassenärztlichen System nahe gelegt. Er bezeichnete die bestehende Konstruktion als „totalitäres System“, in dem Ärzte nur Bittsteller seien. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) sei keine Interessensvertretung der Ärzte, sondern nur der verlängerte Arm des Staates.
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| Erste Anlaufstelle: der Hausarzt | |
Die Hausärzte wollen laut Hoppenthaller mit den Kassen auf Augenhöhe verhandeln. In anderen Ländern gebe es auch keine Kassenärztliche Vereinigung und auch dort sei die Versorgung gesichert, so der Hausärzteverband. Hoppenthaller ist sich sicher, im Falle eines Systemausstiegs mit den Kassen verhandeln zu können. Die Krankenkassen hätten einen Sicherstellungsauftrag für die ärztliche Versorgung und müssten vor diesem Hintergrund Verträge schließen, so Hoppenthaller. Man wolle wieder attraktive Arbeitsverhältnisse herstellen, damit der Nachwuchs animiert werde, den Beruf des Hausarztes zu ergreifen.
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6.000 Ärzte in der Arena
In der Nürnberger Arena haben sich am Nachmittag rund 6.000 Hausärzte versammelt. Insgesamt gibt es rund 9.000 Hausärzte in Bayern. Der Hausärzteverband will sie mobilisieren, schriftliche Erklärungen zum Ausstieg aus dem kassenärztlichen System abzugeben. Zunächst sollen die Erklärungen gesammelt werden. Erklären dabei mehr als 70 Prozent der Hausärzte in einer bestimmten Region, dass sie ihre Zulassung zurückgeben, soll der Ausstieg umgesetzt werden. |
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Ergebnis erst in einigen TagenEin Ergebnis über die Anzahl der schriftlichen Erklärung wird es erst in einigen Tagen geben. Ein Rechtsanwalt müsse die Erklärungen auszählen, um die Anonymität zu gewährleisten, so der Verband. KVB warnt HausärzteZeitgleich hat die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) die Hausärzte davor gewarnt, ihre Kassenzulassungen zurückzugeben. Die Ärzte gefährdeten damit nicht nur das Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten, sondern auch ihre eigene Existenz. „Die Kassenzulassung zurückzugeben, das ist, als enteigneten sich die Ärzte selbst“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KVB, Axel Munte. Er warnte die Hausärzte zugleich vor Illusionen, sie könnten ohne die KVB eigene Verträge mit den Kassen abschließen. „Hier werden Hoffnungen geschürt, die nicht eintreten“, ergänzte der stellvertretende KVB-Chef Rudi Bittner. Patientenversorgung gesichertNach KVB-Angaben ist die Versorgung der Patienten auch für den Fall gesichert, dass eine größere Zahl von Hausärzten einen Kassenausstieg plane. Es stünden genügend andere Haus- und Fachärzte bereit. Zudem gebe es einen perfekt organisierten Bereitschaftsdienst, um Versorgungslücken zu schließen. Zudem seien langfristig rund 400 junge Ärzte an der Übernahme einer Hausarztstelle in allen bayerischen Regionen interessiert. |
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