Zahnarzt-Zwillinge werden 80 Mai 12, 2008
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Zahnarzt-Zwillinge werden 80
Am Dienstag feiern die beiden Diersfordter Dr. Werner Schaeffer und Dr. Günter Schaeffer (15 Minuten jünger) ihren 80. Geburtstag. Die RP besuchte die eineiigen Zwillinge, die in ihrem Leben fast alles gemeinsam getan haben.
Eineiige Zwillinge und Sonntagskinder sind sie, haben in ihrem Leben alles gemeinsam gemacht, bis weit ins Erwachsenenalter die gleiche Kleidung getragen und in Diersfordt nah beieinander ihre Wohnhäuser gebaut. Nur die Assistentenstellen waren notgedrungen verschieden, und sie haben sich nie in dieselbe Frau verliebt. Die Zahnärzte Dr. Werner Schaeffer und Dr. Günter Schaeffer, die bis Oktober 1993 in Wesel praktizierten, werden am 13. Mai 80 Jahre alt. Ein „Gemeinsamer Lebenslauf“ ist für das Gespräch mit der RP vorbereitet.
Pionierarbeit geleistet
Günter Schaeffer, der um 15 Minuten später geborene Bruder, erzählt. Sein Bruder Werner kann nur kurz dabei sein, denn er ist nach einer tückischen Sommer-Erkältung gerade erst fieberfrei. Wenn am Dienstag nach Pfingsten gefeiert wird, ist er wieder fit. Dafür sorgt seine Frau Dagmar, zudem der überaus liebevolle Umgang der beiden Ehepaare miteinander. In Kassel sind die Zwillinge 1928 als jüngste von vier Geschwistern geboren. Ludwig, der ältere Bruder, starb 1998, Schwester Hilde lebt noch in Kassel.
1964 eröffneten die Schaeffers in Wesel ihre Praxis im Haus Nr. 72 an der Hohen Straße. Es war das Gebäude mit dem hölzernen Erker. Von der mit einer Glyzinie überrankten Fassade wogten früher riesige Trauben von blauen Blüten herab – der Hingucker der Innenstadt.
In Wesel waren die beiden Zahnärzte Pioniere: 1970 als Gründungsmitglieder der Deutschen Implantologischen Gesellschaft Bremen, der ersten dieser Art in Deutschland, boten sie die in Amerika entwickelte Implantation von Zähnen an. „Heute macht das jeder Zahnarzt, und weiter entwickelt ist die Methode auch“, sagt Günter Schaeffer. Bis 1983 praktizierten die Brüder, die übrigens nicht auseinanderzuhalten waren, an der Hohen Straße, bis zum Ruhestand 1993 an der Tückingstraße.
Zuständig für Pausenhäppchen
Natürlich wählten sie den Unruhestand, aber mit der gewohnten Ordnung. „Die Uhr konnte man nach den Brüdern stellen“, erzählt Günters Frau Susanne. „Seit 1970 wohnen wir in Diersfordt. Zehn nach sieben fuhren wir in einem Auto nach Wesel und waren um halb acht in der Praxis. Mittagspause von 12 bis 14 Uhr, bis 18 Uhr Praxis. Diersfordter, die sich bei uns meldeten, nahmen wir oft mit“, erzählt Günter Schaeffer.
Die Zwillinge und ihre Frauen arbeiten aktiv im Heimatverein der Herrlichkeit Diersfordt mit. Sie bereiten die Pausen-Häppchen für die hoch frequentierten Veranstaltungen zu und erstellen auch die zugehörigen, ebenfalls sehr begehrten Kochbücher.
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