Überempfindliche Zähne: Experten empfehlen Kalium- und Strontiumsalze März 21, 2009
Posted by toebi in Prophylaxe.trackback
Wirksamkeit bestätigt auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse / Häusliche Verwendung sinnvolle Ergänzung
Etwa ein Drittel der Erwachsenen zwischen 20 und 50 Jahren kennen den kurzen scharfen Schmerz beim Einatmen kalter Luft oder beim Genuss von kalten und warmen Getränken. Am häufigsten treten überempfindliche Zähne zwischen 30 und 40 Jahren auf. Von dem schmerzhaften Gefühl sind mit 60 Prozent vor allem Frauen betroffen.
Auf Einladung der IHCF-Stiftung zur Förderung der Gesundheit und der Sensodyne®-Forschung trafen sich die international anerkannten Professoren Lutz Stösser (Jena), Lars Petersson (Halmstad/Schweden), Christian Splieth (Greifswald) und Christoph Benz (München) zu einem Expertengespräch. Ziel dieser Diskussion war es, auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse einen Konsens für die Behandlung von überempfindlichen Zähnen zu entwickeln.
Die Experten kamen zu dem Schluss, dass Kalium- und Strontiumsalze bei dieser Indikation effiziente Wirkstoffe sind und somit als Inhaltsstoffe in Zahncremes bei der häuslichen Anwendung eine sinnvolle Ergänzung des zahnärztlichen Handelns darstellen. Kaliumchlorid schützt und beruhigt den Zahnnerv, während Strontiumchlorid die reizweiterleitenden Dentinkanälchen verschließt. Nach Aussage der Experten kann so bereits bei den ersten Anzeichen von schmerzempfindlichen Zähnen wirksam dem Fortschreiten vorgebeugt werden. Denn Überempfindlichkeit sei nicht nur ein Komfortmangel, sondern könne zu einer chronischen Erkrankung werden.
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Jeder Mensch spricht individuell auf die verschiedenen Wirkmechanismen an. „Kaliumchlorid legt sich schützend um den Zahnnerv, wodurch die Schmerzempfindlichkeit gesenkt wird. Strontiumchlorid verschließt die Dentinkanälchen und baut so eine lang anhaltende Blockade gegen schmerzhafte Reize auf“, erklärt Zahnarzt Dr. Frank Gonser (MBA) von der Sensodyne®-Forschung.
Mit einer umfangreichen Literaturübersicht und -analyse der Universität Jena wies Professor Lutz Stößer auf Grundlage aktuell vorliegender Studien auf die Wirkung unterschiedlicher Produkte zur Behandlung der dentinen Hypersensitivität hin. Epidemiologische Daten zeigen, dass eine durch Fluoridierung entstehende Deckschicht nicht ausreicht. Das empfindliche Dentin (Zahnbein) ist nur dann ausreichend vor schmerzauslösenden Reizen geschützt, wenn Zahnschmelz und Zahnfleisch intakt sind. Zieht sich das Zahnfleisch zurück oder baut sich der Zahnschmelz ab, liegt das Dentin frei. Nun können über die ungeschützten Dentinkanälchen Reize – durch süße, saure, warme oder kalte Speisen und Getränke – zum Nerv gelangen und dort den Schmerz auslösen. Erosionen, Fehlfunktionen und Putzschäden tragen wesentlich zur Überempfindlichkeit an den Zähnen bei. Hier ist laut Expertenrunde der Zahnarzt unbedingt notwendig, um eine profunde Diagnose zu stellen und Empfehlungen für das weitere Vorgehen zu geben. Denn empfindliche Zähne seien keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung.
Gute Ergebnisse für die Behandlung von sensiblen Zähnen in den Praxen sieht Professor Lars Petersson bei der Anwendung von speziellen Biogläsern, die mit Air-Flow Geräten bei der professionellen Zahnreinigung aufgebracht werden. Mit dieser Methode werden die Dentinkanälchen verschlossen. Alternativ können hierfür Lacke oder Laser eingesetzt werden. Grundsätzlich sind sich die Experten einig, dass diese Methoden als letztmögliche Lösung gesehen werden sollten. Zu den häuslichen Maßnahmen gehört die Applikation von hochfluoridierten Gelen, die der Zahnarzt mit individuell gefertigten Schienen unterstützen kann. Nach Ansicht des Expertenteams sollte die Therapie in der Praxis durch die häusliche Anwendung von desensibilisierenden Wirkstoffen begleitet werden. Die Experten raten daher, zweimal täglich Zahnpasten mit Kalium- und Strontiumsalzen zu verwenden.
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