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Fehlstellung des Kiefergelenks als Ursache von Tinnitus September 7, 2007

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Universität Bonn berichtet über die DZW von einer erfolgreichen Behandlung mit Pivotschiene im Oberkiefer – 75 Prozent spürt deutliche Besserung

Tinnitus kann viele Gründe haben. Eine mögliche Ursache ist eine Fehlstellung des Kiefergelenks. An der Klinik für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Bonn wurde jetzt eine Kunststoffschiene eingesetzt, die den Fehlbiss korrigiert und so das Kiefergelenk entlastet. Bereits nach zwei bis vier Wochen spürten 75 Prozent der bisher 22 so behandelten Tinnitus-Patienten eine Verbesserung der Symptome. Jeder Dritte hörte sogar gar keine Ohrgeräusche mehr.

Die Ursachen für einen sogenannten subjektiven Tinnitus sind vielfältig und reichen von Mittelohrerkrankungen über Hörsturz und Lärmtraumata bis hin zu Stress. „Dass hinter den lästigen Ohrgeräuschen eine Fehlstellung des Kiefergelenks dahinter stecken kann, ist nur wenig bekannt“, so Professor Dr. Bernd Koeck, Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Bonn. Denn Mittelohr und Kiefergelenk liegen ganz eng beieinander und sind nur durch eine dünne Knochenlamelle getrennt.

Bei der sogenannten craniomandibulären Dysfunktion (CMD) kommt es unter anderem durch eine angeborene Zahnfehlstellung, Zähneknirschen, einseitiges Kauen oder Zahnprothesen zum Verlust der richtigen Bisshöhe. Dadurch wird der Unterkiefer nicht mehr genügend stabilisiert, und der Kiefergelenkkopf verlagert sich. Daraus resultieren die für CMD typischen Kiefergelenkgeräusche. Wird beim Mundschließen der Kiefergelenkkopf weit nach hinten in Richtung Mittelohr geschoben, ist der Druck auf zwei dazwischenliegende Nerven enorm. Ein Tinnitus oder auch Schläfenkopfschmerzen können die Folgen sein.

Abhilfe schafft eine hauchdünne Schiene aus glasklarem Kunststoff, mit der die Bonner Zahnärzte die Gelenkköpfe wieder in ihre ursprüngliche Position zurückbringen. Dazu trägt der Patient mindestens vier Wochen Tag und Nacht eine Pivotschiene im Oberkiefer, die zum Ausgleich des Fehlbisses hinten leicht erhöht ist. Beim Schließen des Mundes dreht sich nun der Unterkiefer um diesen künstlichen Aufbiss und zieht das Kiefergelenk nach unten.

„Diesen Effekt kann der Patient verstärken, indem er täglich möglichst zwei Stunden das Kinn mit der Faust abstützt“, so Koeck. Die individuell angepasste Schiene wird regelmäßig neu justiert und abgeschliffen, bis der ideale Biss stabilisiert ist. Bei einem rechtzeitigen Eingreifen eines erfahrenen Zahnarztes besteht laut Koeck eine große Chance auf Heilung. Das erspare dem Patienten möglicherweise eine lange Odyssee von Arzt zu Arzt.

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