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KZV Berlin erinnert mit Gedenktafel an jüdische Kolleginnen und Kollegen Oktober 10, 2008

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KZV Berlin erinnert mit
Gedenktafel an jüdische Kolleginnen und Kollegen
in der Zeit 1933 –
1945

Im Beisein
von Berlins Gesundheitssenatorin, Frau Dr. Katrin Lompscher, und der
Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süßkind, ist am
01.10.2008 im großen Saal der KZV eine Gedenktafel feierlich enthüllt
worden.

Mit der
Tafel erinnern Berlins Zahnärzte an jene jüdischen zahnärztlichen
Kollegen, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus rassischen oder
politischen Gründen verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Die KZV
Berlin ist bundesweit die erste KZV, die ein solches Gedenkprojekt in
Angriff genommen hat.

Historisch betrachtet, jährt sich in diesem Jahr zum 70. Mal
der Approbationsentzug für jüdische Ärzte. Am 25. Juli 1938 war dies mit
der 4. Verordnung zum Reichsbürgergesetz mit Wirkung zum 30. September
1939 beschlossen worden. Bei den Zahnärzten erfolgte dieser Schritt ein
Viertel Jahr später, nämlich mit der 8. Verordnung zum
Reichsbürgergesetz vom 17.01.1939, vollzogen zum 31.Januar 1939. Die
Zulassung zur Kassenbehandlung war den meisten jüdischen Ärzten und
Zahnärzten bereits 1933 entzogen worden.

Die Grundlage für die Gestaltung der Gedenktafel
war die Dissertation „Zahnärzte 1933-1945, Berufsverbot, Emigration und
Verfolgung“ des Berliner Kieferorthopäden Michael Köhn. Er hatte seine
Arbeit bereits 1994 vorgelegt, in der die Schicksale von fast 600
Berliner Zahnärzten berücksichtigt wurden. Deren Namen sind nun auf der
Gedenktafel verewigt worden.

Jeder dritte Zahnarzt war von Vertreibung bedroht

Michael Köhn beschrieb bei der
Veranstaltung als Festredner die Situation jüdischer Zahnärzte im Berlin
der NS-Zeit und die perfide Systematik ihrer Ausschaltung. Er betonte,
dass jeder dritte der 1.416 praktizierenden Zahnärzte mindestens einen
jüdischen Großelternteil aufwies und damit von der Vertreibung aus
seinem Beruf und von Verfolgung bedroht war. So ging bereits im April
1933, nur wenige Wochen nach der Machtergreifung, dem jüdischen Zahnarzt
Hermann Nelki etwa, der neben seiner Kassenpraxis auch für das
Gesundheitsamt Neukölln tätig war, ein Schreiben zu, in dem er
aufgefordert wurde, seine arische Abstammung, sowie die seiner Eltern
und seiner Großeltern nachzuweisen
.

Dabei
stellten sich die zahnärztlichen Berufsverbände „nicht etwa schützend
vor ihre jüdischen Mitglieder, sondern forcierten in teilweise
vorauseilendem Gehorsam den Entzug der Kassenzulassung. Die
Kassenzahnärztliche Vereinigung erstellte entsprechende Listen aller so
genannten nicht-arischen und politisch unzuverlässigen Zahnärzte“, so
Köhn. Er schilderte, wie er bei der Recherche zu diesen Listen 1991 im
Kölner Archiv der Forschungsstelle für Geschichte und Zeitgeschichte
des Bundeszahnärztehauses
 wider Erwarten nicht
auf Kooperation und Hilfsbereitschaft sondern auf Ablehnung stieß.

Und was
ist aus jenen Kollegen geworden, deren Approbation 1939 erlosch? Köhn:
„Diese Frage muss in vielen Einzelfällen unbeantwortet bleiben. Im
Grunde gibt es nur zwei Wege, die ihnen blieben: Der eine endete in den
Vernichtungslagern, der andere führte in die Emigration. Dass auch
dieser zweite Weg für die meisten ein Leidensweg war, wird oft
übersehen.“ Den Berliner Zahnärzten jüdischer Herkunft, die nicht
emigrieren konnten oder wollten, blieben, so Köhn weiter, schließlich
zwei Schicksalswege. Ein geringerer Anteil überlebte, zumeist als
Zwangsarbeiter in Berlin, der größere Teil aber, nämlich 99 namentlich
ermittelte Kollegen, wurden in den Konzentrationslagern ermordet oder
setzten Anfang der vierziger Jahre ihrem Leben selbst ein Ende.

Wiedererlangte Identität
durch Namensnennung

Berlins Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher stellte in ihrem
Grußwort den Verdienst von Michael Köhn besonders heraus, da er mit
seiner Arbeit ein Zeichen wider das Vergessen gesetzt habe. Während zu
Zeiten des Nationalsozialismus’ die jüdischen Zahnärzte in
atemberaubender Geschwindigkeit ausgrenzt wurden, gilt es auch zu sehen,
dass in der Berufsgruppe der Mediziner der Anteil der
Nationalsozialisten außerordentlich hoch war, so Lompscher. Mit der
Tafel demonstriere die KZV Berlin, dass sie nicht nur ihrer
übertragenden fachlichen Aufgaben gerecht werde, sondern darüber hinaus
bereit ist, gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen.

Die Vorsitzende
der Jüdischen Gemeinde Berlins, Lala Süßkind, betonte eingangs der
Veranstaltung ihre große Freude über die Gedenktafel. Ebenso wie der
Vorstandsvorsitzende Dr. Jörg-Peter Husemann, merkte sie an, dass die
Gräuel des Nationalsozialismus eben auch von einer geistig-kulturellen
Elite ermöglicht wurden und dass Ärzte und Zahnärzte ebenso willfährige
Helfer der Nazis waren wie Andere auch. Ganz speziell wies sie auf den
Umstand der Namensnennung an der Tafel hin: Im jüdischen Glauben ist
gerade dies von besonderer Bedeutung, da hierdurch die verstorbene
Person ihre Identität und Würde wiedererlangt.

Als Vorstandsmitglied
der Berliner Jüdischen Gemeinde zollte der Zahnarzt Ilan Ben Schalom in
seiner Ansprache dem Vorstand der Berliner KZV seinen Respekt, dies
Projekt in Angriff genommen zu haben. Schalom betonte, dass er den
 Eindruck gewonnen habe, die Gedenktafel sei für den Vorstand eine
Herzensangelegenheit.

KZV Berlin übernimmt gesellschaftspolitische
Verantwortung

Berlins Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher stellte in ihrem
Grußwort den Verdienst von Michael Köhn besonders heraus, da er mit
seiner Arbeit ein Zeichen wider das Vergessen gesetzt habe. Mit der
Tafel demonstriere die KZV Berlin, dass sie nicht nur ihrer
übertragenden fachlichen Aufgaben gerecht werde, sondern darüber hinaus
bereit ist, gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen.

Zu dieser Verantwortung, die
dem Berufsstand aus der Vergangenheit erwachsen sei, bekannte sich der
Vorstandsvorsitzende der Berliner KZV, Dr. Jörg-Peter Husemann, auch im
Namen des gesamten Vorstands sowie der Vertreterversammlung der KZV,
ganz ausdrücklich. Husemann: „Zwischen 1933 und 1945 verlor jeder zehnte
deutsche Zahnarzt seine berufliche Existenz. Ein Teil der Betroffenen
wanderte rechtzeitig aus, ein Teil wurde in den Konzentrations- und
Vernichtungslagern ermordet, nur Wenige überlebten in Deutschland.
Unsere Standesgeschichtsschreibung umging dieses dunkelste
Kapitel.“

Diesem
Vergessen zu begegnen und es aufzubrechen, mache sich die Berliner
Zahnärzteschaft nun endlich auch auf den Weg. Die Namen dieser
Kolleginnen und Kollegen sollten nicht in Vergessenheit geraten, ebenso
wenig wie die der Millionen anderen Opfer des Dritten Reiches. „Wir sind
es den Opfern des Naziregimes schuldig, diese Verantwortung zu leben und
nicht nur als leere Worthülse zu gebrauchen“, so Husemann weiter.

An der Konzeption der
Gedenktafel waren neben Vorstand und Hauptausschuss, die Kollegen Ilan
Ben Schalom und Michael Köhn beteiligt. Bei allen Beteiligten bedankte
sich Jörg-Peter Husemann am Gedenkabend, der durch Boris Rosenthal dem
Anlass entsprechend musikalisch umrahmt wurde.

Viel Prominenz bei
Gedenkveranstaltung

An der Gedenkveranstaltung im Berliner Zahnärztehaus nahmen
zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur sowie aus dem heutigen
jüdischen Leben teil. Darunter befanden sich die Vorsitzende der
Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Frau Lala Süßkind, die Vorsitzende des
Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, Dr. Angelika Prehn,
der Vorsitzende des Bundesverbandes Jüdischer Ärzte in Deutschland, Dr.
Roman Skoblo, der ehemalige Vorsitzende der KV Berlin, Dr. Manfred
Richter-Reichhelm, der Vorsitzende des Berliner Apotheker Vereins, Dr.
Rainer Bienfait, der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dr. Jürgen
Weitkamp sowie das Vorstandsmitglied der Berliner Jüdischen Gemeinde und
gleichzeitig zahnärztlicher Berufskollege, Ilan Ben Schalom.

Im Verlauf des Jahres 2008 hatten
sich in Berlin Vorstände verschiedener Heilberufe zusammengesetzt und
ein gemeinsames Vorgehen zum 70jährigen Jubiläum des
Approbationsentzuges abgesprochen. So hat Ende September 2008 auch die
Kassenärztliche Vereinigung deswegen eine Gedenktafel eingeweiht.

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Implantate eignen sich auch für Senioren Oktober 10, 2008

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Auch im hohen Alter bietet implantatverankerter Zahnersatz große Vorteile

„Implantatbasierter Zahnersatz ist auch bei sehr alten Patienten noch einsetzbar und empfehlenswert“, wies Professor Dr. Helmut Stark von der Universität Bonn bei der Pressekonferenz des Kuratoriums perfekter Zahnersatz in Hamburg hin. Falls die gesundheitlichen Voraussetzungen es zuließen, sei er sogar das Mittel der Wahl – ganz gleich, welches Alter und welche Lebenserwartung der Patient habe.

„Eine der wichtigsten Aufgaben für uns Zahnmediziner ist es, die eigenen Zähne so lange es geht, zu erhalten“, so Stark. Nur die eigenen Zähne vermitteln echtes Kaugefühl, das es den Patienten letztlich ermöglicht, besser und mit mehr Gefühl zu kauen. Bei älteren Patienten rückt daher besonders die Stabilisierung des Restgebisses in den Blickpunkt, wie auch der Erhalt der zahnlosen Kieferkämme, soweit sie zur Lagerung von Zahnersatz herangezogen werden können. Sehr wichtig ist auch, dass der Zahnersatz bei eventuellem Zahnverlust nicht neu angefertigt werden muss, sondern erweitert werden kann.