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Uni Krems: Schock über Blitzstudium für Reiche Juni 5, 2009

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Die Hochschülerschaft an der Medizinischen Universität Wien (MUV) zeigte sich am Dienstag geschockt über die Entscheidung des Akkreditierungsrates von letzter Woche, den privaten Studiengang für Zahnmedizin an der Danube Private University Krems in der eingereichten Form zuzulassen, so die Wienerzeitung.

Der akkreditierte Studienplan entspricht laut unseren Informationen nach wie vor in wesentlichen Punkten nicht den verpflichtend einzuhaltenden gemeinschaftsrechtlichen und innerstaatlichen zahnärzterechtlichen Anforderungen“, erklärt Julia Straub, Vorsitzende der Hochschülerschaft an der MUW. Dass er nun nach mehrfacher Abweisung durch den Akkreditierungsrat doch genehmigt wurde, entbehrt jeglicher Grundlage.“ Außerdem sei die äußerst niedrige Qualität der geplanten Ausbildung in Krems kritisch zu hinterfragen, würden doch von 37 gemäß den EU-Richtlinien rechtlich erforderlichen Unterrichtsfächern elf zur Gänze fehlen. Johannes Forster, Vorsitzender der Studienvertretung Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Wien, kritisiert zudem die unsoziale Selektion: „Während an unserer Universität eine Mindeststudiendauer seit Jahren aufgrund von Wartelisten nicht möglich ist, investiert man hier öffentliche Gelder in eine Privatuniversität, wo sich Besserverdiener eine schnelle Ausbildung erkaufen können.“ Wider das EU-Recht Da der geplante Studiengang nur fünf Jahre dauern soll und den Absolventen darüber hinaus auch noch ein Master verliehen wird, könne hier von einer Halbierung der Ausbildungsdauer für Reiche gesprochen werden. Forster: „Ich halte es sozial für nicht vertretbar, dass man sich hier für viel Geld  zirka 120.000 Euro  eine kurze Ausbildungsdauer erkaufen kann und sich noch dazu eine Aufnahmsprüfung, wie sie an den staatlichen Med Unis stattfindet, erspart.“ „Wir lehnen die Einführung dieses privaten Studienganges wegen Verletzung von EU-Recht, großer Bedenken hinsichtlich der Ausbildungsqualität und der Befürchtung einer Verschlechterung des derzeit guten internationalen Rufes der zahnärztlichen Ausbildung in Österreich ausdrücklich ab. Angesichts dieser vielen Kritikpunkte fordern wir das Wissenschaftsministerium entschieden auf, dieses Projekt zu verhindern“, so Forster. Auch die ÖH-Bundesvertretung zeigt sich überrascht über diese Entscheidung: „Wie können die Verantwortlichen den Studierenden ohne schlechtes Gewissen in die Augen schauen? Es wird scheinbar vorgezogen, qualitativ fragwürdige Privatstudiengänge zu finanzieren, anstatt die Studienbedingungen an den öffentlichen Universitäten auf international vertretbares Niveau zu bringen“, kritisiert deren Vorsitzender Samir Al-Mobayyed. Mit Kritik nicht allein „Auch das Bundesministerium für Gesundheit, die Österreichische Zahnärztekammer und die Studierendenvertretungen an den beiden anderen Medizin unis in Graz und Innsbruck haben sich bereits negativ diesem Projekt gegenüber geäußert und auf EU-Widrigkeiten hingewiesen  wir stehen mit unserer Kritik also bei weitem nicht alleine da“, so Al-Mobayyed.

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