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NTI-tss Aufbiss-Schiene August 8, 2010

Posted by orthodontictiger in Uncategorized.
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Die Berichterstattung zum Thema NTI-tss Aufbiss-Schiene resultierte in einer großen Anzahl von Leseranfragen zu der innovativen, kleinen Schiene.

Unsere Redaktion möchte diese –zum Teil auch kritischen – Fragen gleich aus erster Hand für unsere gesamte Leserschaft beantwortet wissen und fragte Marcus van Dijk, den Geschäftsführenden Gesellschafter der Zantomed GmbH, die das System exklusiv in Deutschland und Österreich vertreibt.

Dentjournal:

Herr van Dijk, seit September des letzten Jahres vertreibt Zantomed die NTI-tss Schiene im Exklusivvertrieb. Können Sie in wenigen Worten kurz zusammenfassen was das besondere an dieser Art Schiene ist ?

Marcus van Dijk:

Das NTI-tss (Nociceptive Trigeminale Inhibition – tension suppression system) ist eine durch den Zahnmediziner direkt am Behandlungsstuhl einzupassende Aufbiss-Schiene, welche nur die Frontzähne umfasst. Dadurch ist sie sehr einfach einzusetzen und besonders wirtschaftlich in der Anwendung. Neben Ihrer hohen Wirksamkeit als Relaxierungsschiene schützt das NTI-tss auch die Zahnsubstanz und prothetische Arbeiten vor Abrasion und okklusaler Überbelastung.

Dentjournal:

Wie genau funktioniert dieses Schienensystem ?

Marcus van Dijk:

Das NTI-tss basiert auf dem Prinzip des „anterior point stop“ : es wird derart auf den Frontzähnen angepasst dass jeglicher Eck- und Seitenzahnkontakt in allen möglichen Kieferpositionen ausgeschlossen wird. Hierdurch reduziert sich die mögliche Pressintensität des Patienten signifikant, was zur progressiven Entspannung der Kiefermuskulatur des Patienten führt.

Dieses einfache Prinzip kennt man schon vom Lucia-Jig und anderen „anterioren Deprogrammierern“ und wird seit über 40 Jahren in der Zahnmedizin eingesetzt wird, Es kann jeder mit einem einfachen Bleistift leicht nachvollziehen und auch Seinen/Ihren Patienten näherbringen (Siehe Bleistift-Test in Abb. 1)

Dentjournal:

Wann ist eine NTI-tss Schiene indiziert ?

Marcus van Dijk:

Immer dann, wenn eine Entspannung der Kiefermuskulatur und/oder eine Desokklusion erwünscht ist kann eine NTI-tss Schiene das Mittel der Wahl sein.

Bei herkömmlichen „Bruxern“ schützt die Schiene sicher und auch dauerhaft die eigene Zahnsubstanz wie auch prothetische Arbeiten des Patienten. Hier leistet sie das Gleiche wie eine herkömmliche Aufbiss-Schiene, außer dass ihre Position in der Front keinen Würgereiz hervorrufen kann. Zudem ist sie schneller und einfacher anzupassen und wegen ihrer geringen Dimensionen angenehmer zu tragen..

Bei „Pressern“ besitzt die NTI-tss Schiene einen deutlichen Mehrwert, da sie die Pressintensivität der Kieferhebemuskulatur zuverlässig und dauerhaft um etwa 70% reduziert. Ohne Anspruch auf „Heilung“ dieses komplexen und oft zumindest teilweise psychosozial bedingten Problems schafft das NTI-tss wissenschaftlich bestätigt und nachhaltig Abhilfe, reduziert Symptome und ermöglicht, soweit notwendig, eine weitergehende und grundelegende Behandlung der Ursachen.

In der Kieferorthopädie oder vor dem Einsetzen größerer prothetischer Arbeiten dient die NTI-tss Schiene auch dazu die physiologisch optimale Kieferposition zu finden. Bekanntermassen unterscheidet sich dieser oft vom habituellen Aufbiss, den wir im Laufe der Zeit, beeinflusst durch KFO-Maßnahmen, Prothetik und vor allem Parafunktion angenommen haben. Der ideale Aufbiss ist der, in der die gesunde Kiefermuskulatur am entspanntesten ist. Dieser Punkt ist dann meßbar wenn die Schiene nach einer getragenen Nacht am Morgen herausgenommen wird und der erste Aufbiss stattfindet.

Dentjournal:

Kann die NTI-tss Schiene die herkömmliche Aufbiss-Schiene ersetzen ?

Marcus van Dijk:

Das hängt ganz von der Zielsetzung der Aufbiss-Schiene ab.

Wie gerade beschrieben hat das NTI-tss zwei wesentliche Einsatzfelder:

Der Schutz der natürlichen und / oder prothetischen Zahnsubstanz und die muskuläre Entspannung des Patienten. Es kann daher besonders gut zur Findung einer optimalen Kieferrelation eingesetzt und dann durch eine Stabilisierungsschiene ergänzt werden.
letzten Endes ist das NTI-tss also sowohl eine Relaxierungs- als auch eine Schutzschiene.

Das NTI-tss wird zudem direkt vor Ort am Stuhl eingepasst, so dass weder auf die Fertigstellung im Labor noch auf die Freigabe der Kasse gewartet werden muss – ideal bei schnellem Handlungsbedarf.

Dentjournal:

Gibt es wissenschaftliche Literatur zur Schiene und ist diese evidenzbasiert ?

Marcus van Dijk:

Die NTI-tss Schiene wurde bereits 1998 von der FDA zur Behandlung von Bruxismus und Kiefergelenksbeschwerden zugelassen. Nach umfangreichen klinischen Studien folgte 2001 die Freigabe der FDA der Schiene zur Behandlung von Spannungskopfschmerz- und Migränepatienten.

Seit der Einführung der NTI-tss Schiene wurden bereits mehrere Millionen Patienten durch mehrere zehntausend Zahnärzte erfolgreich behandelt.

Eine Studienübersicht hat jüngstens das Team von Prof. Dr. Türp und Dr. Stapelmann veröffentlicht. Diese und andere wissenschaftliche Veröffentlichungen können gerne bei uns per Mail angefordert werden. (info@zantomed.de)

Dentjournal:

Welche Kontraindikationen gibt es für die NTI-tss Schiene ?

Marcus van Dijk:

Selbstverständlich ist auch das NTI-tss leider kein Allheilmittel.

Die Schiene ist kontraindiziert:

# bei mobilen Frontzähnen, oftmals verursacht durch schwere Parodontitis.

# auf Frontzahnbrücken die bereits den 3er beinhalten oder weiter bis in den prämolaren Raum reichen. Durch die Übertragung der Presskraft auf den Eck- bzw. Seitenzahnbereich würde der Patient wieder eine höhere Pressintensität entwickeln können.

# bei Kleinkindern mit der ersten Dentition. Hier ist ein „Knirschen“ oft Teil der normalen Verarbeitung des täglich Erlebten und bedarf noch keiner Linderung im therapeutischen Sinne.

Dentjournal:

Unsere Leser lassen anfragen ob das Risiko des Verschluckens oder des Aspirierens besteht ?

Marcus van Dijk:

Das NTI-tss wird mit Hilfe des thermoplastischen Unterfütterungsmaterials derart personalisiert dass der Patient nicht in der Lage ist es alleine mit der Zunge oder den Lippen zu entfernen. Wenn dies erreicht ist geht das Risiko des Verschluckens gegen 0 und ist vergleichbar mit einem temporär eingesetzten Inlay bzw. wesentlich geringer als das Verschlucken von Splittern aus einer zerbissenen Tiefziehschiene.

In 12 Jahren und bei mehreren Millionen Patientenfällen hat die zuständige FDA noch keinen einzigen Fall des Aspirierens registriert.

Dentjournal:

Besteht die Gefahr der Elongation der Zähne für die Patienten ?

Marcus van Dijk:

Eine Elongation der Zähne können wir ausschließen. Da das NTI-tss niemals rund um die Uhr getragen wird und der der Patient tagsüber normalen funktionalen Kontakt hat wird das Elongieren der Zähne vermieden.

Dentjournal:

Wie lange dauert die Anfertigung der Schiene am Behandlungsstuhl ?

Marcus van Dijk:

Nach ein wenig Übung etwa 15 Minuten. Ein kleiner Tipp: Nutzen Sie die Schiene selbst zur Dosierung des Thermoplasts. So vermeiden Sie Überschüsse, die Sie ansonsten wieder abschleifen müssten. Da das Thermoplast dauerhaft auf Hitzeeinwirkung reagiert, lässt sich einem solchen Fall das gesamte NTI-tss nach Bad in heißem Wasser wieder neu herstellen. Das gilt auch nach längerer Tragedauer wenn sich die Friktion verändert haben sollte.

Dentjournal:

Was kostet den Zahnarzt eine Schiene und wie kann diese liquidiert werden ?

Marcus van Dijk:

Ein NTI-tss Kit enthält 8 Schienen, ausreichend thermoplastisches Material, CMD-Informationsbroschüren für das Wartezimmer, 8 Patienteninformationen und 8 Patientenaufbewahrungsdöschen. Ein Kit kostet 279,00 € plus MwSt., so dass an Materialkosten Brutto etwa 40 € pro Fall entstehen.

Ein NTI-tss ist eine Privatleistung für den Patienten. Die Berechnung funktionstherapeutischer Maßnahmen erfolgt nach Teil H der GOZ. Im Falle eines NTI-tss kann die Position 701 GOZ berechnet werden, da es sich hier um einen Aufbissbehelf mit adjustierter Oberfläche handelt.

Die Ausarbeitung und Politur des NTIs wird über den Eigenlaborbeleg berechnet. Die entsprechende BEB-Position wäre z.B. BEB 7661: Aufbissbehelf (neuromuskuläre Deprogrammierungsschiene NTI-tss). Gerne schicken wir unseren Kunden aber auch eine detaillierte Abrechnungsübersicht zu.

Dentjournal:

Vielen Dank für das Gespräch

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Kommentare»

1. juergen gollmick - Januar 4, 2011

ich habe heute bei der bek versucht, eine kostenbeteiligung für diese nti-tss schiene zu erwirken. ergebnis: abgelehnt, da nicht gelistet. grund: vom vdek wird diese schiene als zu gefährlich (verschlucken) angesehen und wurde daher nicht mit in die liste der erstattungsfähigen heilmittel mit aufgenommen. was ist da die wahrheit???
ps: bitte informieren sie herrn marcus dijk

Dr. Schieffelers - November 24, 2011

Haftcreme ist:
wirksam,
einfach anzuwenden,
kostengünstig.


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