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Ampel auf Grün durch den Kölner ABC-Risiko-Score April 16, 2012

Posted by toebi in Aktuelles, BDIZ.
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7. Experten Symposium des BDIZ EDI zum Thema „Implantation ohne Risiko?“

Im Reigen der implantologischen Fortbildungsveranstaltungen setzt das Experten Symposium des Bundesverbandes der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI) Maßstäbe. Prof. Dr. Dr. Joachim E. Zöller, BDIZ EDI-Vizepräsident und wissenschaftlicher Leiter des Symposiums, suchte und fand beim inzwischen 7. Termin in Köln mit seinem hochkarätigen Referententeam einen Tag lang Antworten auf die Frage, wie sich Risiken bei der Implantation noch weiter minimieren lassen. Als konkretes Ergebnis für die Praxen ist dabei der Kölner ABC-Risiko-Score entwickelt worden, den die Europäische Konsensuskonferenz des BDIZ EDI zuvor diskutiert hatte. Er soll dem implantologisch tätigen Zahnarzt/Arzt als Werkzeug dienen, präimplantologisch den Schwierigkeitsgrad der individuellen Patientensituation einzuschätzen und somit zur Risikominimierung der implantologischen Therapie beizutragen. 

Kompakt und schnörkellos an einem Tag lieferte das 7. Experten Symposium den mehr als 200 Teilnehmern ein All-in-One-Paket: Von den Allgemeinerkrankungen und Erkrankungen unter Immunsuppression (Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, Mainz) über die Risikofaktoren Rauchen und Diabetes (Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets, Hamburg), bis zu Radiotherapie und Bisphosphonat-Einnahme (Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden). Implantate im Alter  (Prof. Dr. Frauke Müller, Genf) waren ebenso Thema wie die Auswirkungen von Parodontalerkrankungen (Dr. Moritz Kebschull, Bonn). Die Teilnehmer erfuhren mehr über: die Implantatdimension (Dr. Fred Bergmann, Viernheim) und den richtigen Zeitpunkt der Implantation (Dr. Arndt Happe, Münster), Vertiefendes zum Knochenmanagement (Dr. Dr. Manfred Bonsmann, Düsseldorf und PD Dr. Dr. Daniel Rothamel, Köln) und Weichgewebe-Management (Dr. Markus Schlee, Forchheim), Implantation in der ästhetische Zone (Dr. Claudio Cacaci, München), Planung festsitzender (Prof. Dr. Peter Pospiech, Krems) und abnehmbarer Suprakonstruktionen (Prof. Dr. Manfred Wichmann/PD Dr. Stefan Holst, Erlangen). Am Ende fasste PD Dr. H.J. Nickenig (Köln) die Ergebnisse des Kölner ABC-Risiko-Scores zusammen,  die mit den Referenten und Repräsentanten aus Hochschule und Praxis in der Europäischen Konsensuskonferenz (EuCC) erarbeitet worden sind. 

 

Die Teilnehmer der EuCC hatten unter Moderation von PD Dr. Nickenig  über der Vorlage der Universität Köln gebrütet und fanden nach vier Stunden konstruktiver Diskussion für den Kölner ABC-Risiko-Score den Konsensus: Nach einem einfachen ABC-System und visuell ansprechend in verschiedenen Farben dargestellt, soll der Behandler die Möglichkeit haben, die anstehende Implantatbehandlung zu bewerten. Dazu gibt es vier Teilbereiche:

 

1.      Anamnese; 2. Lokalbefund; 3. Chirurgie; 4. Prothetik.

 

Jeder Teilbereich erhält eine zusammenfassende Bewertung. Die Bewertung erfolgt wie bei den Kriterien farblich in Grün, Gelb oder Orange entsprechend A-B-C (Always-Between-Complex). Sobald in einem Teilbereich mind. zwei Kriterien/Fragestellungen mit Gelb (für „B“, mittleres Risiko) bewertet sind, wird der gesamte Teilbereich als mittelschwer eingeschätzt. Ab 4 x Gelb oder 2 x Orange wird der gesamte Teilbereich mit „C“ (= erhöhtes Risiko) bewertet. Die ABC-Kriterien gliedern sich wie folgt:

 

 A = Always für die günstige Risikoeinschätzung           grüner Bereich

B = Between, mittleres Risiko                                       gelber Bereich

C = Complex, erhöhtes Risiko                                       orangefarbener Bereich

 

Die Ampelfarbe Rot bleibt ausschließlich der Risikoeinschätzung vorbehalten, bei der eine Therapie möglicherweise nicht empfehlenswert erscheint (nicht mit Kontraindikation gleichzusetzen).

 

In der Gesamtbewertung eines Patientenfalles gilt nach dem Kölner ABC-Risiko-Score:

 

  • ·         Sind alle vier Teilbereiche mit Grün bewertet, so handelt es sich um einen Patientenfall der Risikoeinschätzung „Always“.

       

  • ·         Sind mind. zwei der vier Teilbereiche mit Gelb bewertet, so erfolgt für die Gesamtsituation eine Risikoeinschätzung „Between“ für mittelschwer.

 

  • ·         Sobald vier Teilbereiche mit Gelb bewertet werden, handelt es sich um einen Patientenfall erhöhten Anspruchs, der mit „C“ für Complex beschrieben wird. Derselbe Sachverhalt ist erfüllt, sobald mind. zwei der vier Teilbereiche eine Bewertung in Orange und Gelb erfahren haben.

 

Professor Zöller: „Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Risiko bei der Implantation  besonders stark erhöhen. Hierzu zählen Allgemeinerkrankungen, Abusus, Medikamente, wie Bisphosphonate oder auch ein Zustand nach Radiatio im Bereich der Kiefer u.a.m. So gibt es absolute Kontraindikationen und relative. Wichtig ist, dass sich die einzelnen Faktoren auch summieren können und so in der Gesamtheit ein nicht mehr vertretbares Risiko darstellen.“

 

Der Kölner ABC-Risiko-Score passt auf eine DIN A4-Seite und kann als Gesamt-Score für Befund und Behandlungsplanung verwendet werden, lässt sich in den einzelnen Teilbereichen aber auch getrennt erfassen. PD Dr. H.J. Nickenig: „Der Score ist ein einfaches, übersichtliches und damit sehr schnelles System, das der behandelnde (Zahn)Arzt individuell für jeden Patienten erfassen und bewerten kann.“ 

 

Den Kölner ABC-Risiko-Score der Europäischen Konsensuskonferenz des BDIZ EDI finden Sie in Kürze in englischer und deutscher Sprache online auf der Internetseite des BDIZ EDI unter „Zahnärzte“ bzw. unter „Professionals“.

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