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Konflikt im Südsudan: Humanitäre Krise spitzt sich zu Februar 19, 2014

Posted by toebi in Uncategorized.
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 Die Kämpfe um die Stadt Malakal verschärfen die humanitäre Krise im Südsudan. Dort bahnt sich nun auch eine Hungersnot an. Das internationale Kinderhilfswerk World Vision pocht auf sofortige Rückkehr zum Waffenstillstand und ruft die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.

“Die Wiederaufnahme der Kämpfe in Malakal stellt einen großen Rückschritt für alle humanitären Bemühungen dar”, erklärt Perry Mansfield, Programmleiter von World Vision Südsudan in Juba. „Beide Parteien sollten ihre Feinseligkeiten sofort einstellen und das Blutvergießen beenden, damit sich die Notlage im Land nicht noch weiter verschlimmert”.

World Vision ist in der Stadt Malakal mit einem Team auf dem Gelände der UN-Mission UNMISS vertreten. Dorthin haben sich mehr als 28.000 Menschen vor dem Konflikt geflüchtet. Das internationale Kinderhilfswerk konnte seit dem am 23. Januar vereinbarten Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und oppositionellen Rebellen rund 20.000 Menschen mit Notrationen versorgen. Durch den jüngsten Rebellenangriff auf Malakal ist die Versorgung derzeit unterbrochen, das Flüchtlingscamp ist eingeschlossen. „Wir sind sehr besorgt um das Leben die Zivilisten und unserer Mitarbeiter vor Ort“, sagt Perry Mansfield.

Das Wiederaufflammen der Kämpfe trifft das Land in einer äußerst prekären Lage. Im gesamten Südsudan zeichnet sich eine Hungersnot ab. „Es müssen schnellstens große Mengen Lebensmittel in das Land gebracht werden. Der Südsudan schlittert sonst einer Katastrophe entgegen“, sagt Karin Model, Referentin für Humanitäre Hilfe bei World Vision Deutschland. Ein Waffenstillstand und die komplette Umsetzung des UN-Krisenplans für den Südsudan seien dringend erforderlich. Die Vereinten Nationen sehen Hilfsmaßnahmen in Höhe von 1,27 Milliarden Dollar für das Land vor, doch mangelt es an definitiven Zusagen seitens der Geberländer.

Bis zu sieben Millionen Menschen und damit zwei Drittel der Bevölkerung Südsudans könnten nach Einschätzung der UN in den kommenden Monaten nicht genügend zu essen haben. 3,7 Millionen müssen bereits jetzt mit deutlich zu wenig Nahrung auskommen. Rund eine Million ist akut von den Folgen des Hungers bedroht. Auf Kinder wirkt sich Hunger besonders dramatisch aus – je nach Hungergrad steigt ihr Sterberisiko um das zweieinhalb- bis neunfache. Das Wachstum verlangsamt sich, die inneren Organe werden angegriffen. Um Folgen wie diese abzuwenden, müssten im Südsudan bis Juni nach Schätzungen von World Vision 1,25 Millionen Kinder mit zusätzlichen Lebensmitteln versorgt werden.

Dass sich die Lage im Südsudan so zuspitzt, hängt unter anderem mit dem Konflikt zusammen. „Die Auseinandersetzungen trafen die Menschen inmitten der Erntezeit“, erklärt Karin Model. „Mehr als 700.000 Menschen sind landesweit auf der Flucht, 145.000 sind ins Ausland geflohen. Zehntausende Kleinbauern haben ihre Felder und ihr Vieh hinter sich lassen müssen. Die lokalen Märkte in den Städten Malakal, Bor und Bentiu sind zusammengebrochen –  es gibt schlicht nichts zu kaufen.“

In zehn Bundesstaaten des Landes ist World Vision derzeit mit Programmen in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Lebensmittelsicherung, Wasser- und Sanitärversorgung, Bildung, Friedensarbeit und Nothilfe aktiv.

Für die Versorgung von Flüchtlingen im Südsudan hat World Vision ein Nothilfekonto eingerichtet:
World Vision Deutschland e.V.
Konto Nr. 666 01
Postbank Frankfurt, BLZ 500 100 60
Verwendungszweck: Südsudan

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