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Deutsche Gesellschaft für Orale Implantologie: 9. Internationales Wintersymposium 2014 in Zürs/Arlberg März 3, 2014

Posted by toebi in Aktuelles.
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 Von A wie allogen bis Z wie Zirkonoxid: Spannende Diskussionen

 Das Internationale Wintersymposium der Deutschen Gesellschaft für Orale Implantologie (DGOI) in Zürs (Arlberg) ist seit Jahren bei den Zahnärzten und Technikern beliebt. In diesem Jahr fand es vom 8. bis 15. Februar zum 9. Mal statt und war wieder mit rund 120 Teilnehmern ausgebucht. Prof. Dr. Georg H. Nentwig, Fortbildungsreferent der DGOI, und wissenschaftlicher Leiter des Symposiums hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Mehr als 40 namhafte Referenten lieferten den Teilnehmern ein wissenschaftlich fundiertes Update rund um die implantologische Therapie. Bei den Teilnehmern kam es gut an, dass das breite Themenspektrum intensiv von verschiedenen Perspektiven aus beleuchtet wurde. Die freundschaftliche Atmosphäre unter den Kollegen und Referenten bot über das Mainpodium hinaus viele Gelegenheiten, um sich über die alltäglichen Problemstellungen in der Praxis aus zu tauschen. Großen Zuspruch fand der Workshop-Tag am Dienstag, der zum ersten Mal angeboten wurde.

„Auf vielfachen Wunsch haben wir zusätzlich zu den bereits eingeführten abendlichen Workshops einen Vormittag auf die Vermittlung praktischer Fähigkeiten ausgerichtet“, erklärte Prof. Dr. Georg H. Nentwig. In den verschiedenen Workshops konnten die Teilnehmer auch Hands-On trainieren, zum Beispiel: Das intraorale Schweißen, das Inserieren von angulierten Implantaten, um auf vier Implantaten einen festsitzenden Zahnersatz zu realisieren, das Erarbeiten einer digitalen Fallplanung und vorgestellt wurden die Indikationen für durchmesserreduzierte Implantate. Wie geht man die laterale Augmentation an? Schritt für Schritt trainierten die Teilnehmer, wie sich ein dünner Knochen mit feinen Ultraschall-Instrumenten sicher dehnen lässt. Damit war das praktische Training selbst für die erfahrenen Implantologen interessant.

 

Breites Themenspektrum

Die Referenten vermittelten in Übersichtsreferaten die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und stellten zudem klinisch-praktische Arbeitsabläufe vor, um den Kollegen konkrete Impulse für ihre tägliche Arbeit an die Hand zu geben. „Zusätzlich zu den Übersichtsreferaten haben wir in diesem Kreis offen über Techniken und Erfahrungen von Kollegen reflektiert, die mit Blick in die Zukunft an Bedeutung gewinnen können – spannend“, so Dr. Georg Bayer, Präsident der DGOI. In Zürs wurden erste Ergebnisse von histologischen Untersuchungen nach Augmentation und Implantation mit allogenen Knochenringen vorgestellt, die einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten abbildeten. Es zeigt sich ein spongiöser Verbundknochen, Nekrosen und Entzündungen seien nicht aufgetreten. Auch wenn Knochenaugmentationen aufgrund ihrer guten Dokumentation erfolgversprechend sind, hat man auch über kurze Implantate als eine mögliche Alternative diskutiert. In Kombination mit einer rauen Oberfläche zeigen sie vergleichbare Überlebensraten wie Implantate mit einer Standardlänge.

 

Bei dem Thema Sofortimplantation ging es um die biologischen Zusammenhänge, die für den Entscheidungsprozess Sofort- oder Frühimplantation eine wichtige Rolle spielen. In manchen Fällen könne die Sofortversorgung das Mittel sein, um ein ansprechendes ästhetischen Ergebnis zu erzielen, weil sie das periimplantäre Stützgewebe beeinflusst. Sofortimplantation trotz Entzündung? Auch diese Frage stand zur Diskussion. Anhand einer umfangreichen Literaturauswertung ging die Tendenz zu einem vorsichtigen „Ja“. Allerdings seien noch zu viele Fragen offen, um Aussagen für vorhersagbare Ergebnisse zu treffen.

 

Die fortschreitende Entwicklung bei den Zirkonimplantaten war ein weiteres Thema. So wurde ein zweiteiliges Keramik-System vorgestellt, das eine Lösung für das Problem des eingeschränkten Indikationsspektrums sein kann. Noch seien allerdings langfristige Daten hinsichtlich der Stabilität abzuwarten.

 

Um Risikofaktoren wie Bisphosphonate für die Implantattherapie ging es in Zürs ebenfalls. Bei den Patienten, die mit diesen Medikamenten behandelt werden, ist das individuelle Risiko über eine differenzierte Abklärung multipler Faktoren zu ermitteln. In vielen Fällen könne mit einer vertretbaren und relativ hohen Sicherheit implantiert werden.

 

Die weiteren Themen: 3D-navigierte Chirurgie, vertikaler Knochenaufbau, CMD, Kieferorthopädische Aspekte, neue Materialien in der Prothetik, customized Abutments, Therapiekonzepte für den zahnlosen Kiefer, Qualitätsmanagement, GOZ, Hygiene-Vorschriften und Patientenrechtegesetz.

 

Fazit

Es waren verschiedene Faktoren, die das 9. Wintersymposium 2014 wieder zu einer gelungenen Fortbildungswoche machten: Auf fachlicher Seite ein anspruchsvolles Wissens-Update und auf der menschlichen Seite eine kollegiale Gemeinschaft, in der ehrlich und ohne gefühlte Hemmschwellen miteinander diskutiert wurde – mit dem Ziel, die Implantologie weiter nach vorne zu bringen und für die Patienten noch vorhersagbarer zu machen.

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