jump to navigation

Wenn Wissen zu Können wird – ein Interview zum Workshop mit Dr. Claudio Cacaci Juni 4, 2014

Posted by toebi in Uncategorized.
Tags:
trackback

„Wissen gehört in gute Hände“ – unter diesem Motto trafen sich bei den 9. Zimmer Implantologie Tage Mitte Mai 2014 in Dresden mehr als 300 Teilnehmer. Sie erfuhren wissenschaftliche Evidenz und praxisorientierte implantologische Konzepte. Um aus „Wissen zu Können werden zu lassen“ wurden diverse Workshops angeboten. Dr. Bernd Vogel ist niedergelassener Zahnarzt (MKG-Chirurg) in Kassel und hat den Hands-on-Kurs von Dr. Claudio Cacaci (München) besucht. In einem Interview spricht er über seine Eindrücke.

1. Herr Dr. Vogel, das Thema von Dr. Claudio Cacaci war „Hart- und Weichgewebsmanagement als Grundlage für ästhetische Implantatversorgungen“. Warum haben Sie sich diesen Workshop ausgewählt?
Dr. Bernd Vogel: Ein solcher Hands-on-Kurs bietet mir die Möglichkeit, mein tägliches Tun zu hinterfragen und zu erfahren, ob „meine“ Konzepte auch von erfahrenen Experten als „richtig“ eingestuft werden. Korrespondieren meine Ansichten über die Indikationen und Verfahren mit dem, was in anderen Spezialistenpraxen und in der Wissenschaft gemacht wird? Hierauf Antworten zu finden, ist meine Intention für den Besuch einer solchen Fortbildung. Außerdem möchte ich auf dem aktuellen Stand sein und über Neues aus meinem Fachgebiet informiert werden. Im Bereich der Hartgewebe habe ich gute Erfahrungen und fühle mich sicher. Mit der Weichgewebechirurgie muss ich, wie auch von einigen Referenten angesprochen, die nicht immer ganz zufriedenstellenden Ergebnisse der Hartgewebechirurgie kompensieren. Ich suche Methoden mit einer noch höheren Vorhersagbarkeit; das Workshop-Thema von Dr. Cacaci passte gut zu diesen Anforderungen.

2. Auf welche neuen Konzepte wurden Sie im Workshop aufmerksam?
Dr. Vogel: Bezüglich der Socket Preservation habe ich etwas gelernt, was meinen Alltag beeinflussen wird. Der Referent stellt die Socket Repair Membran vor. Davon habe ich zwar schon gehört und mich in der Theorie dafür begeistern lassen, aber ich hatte keine Vorstellung davon, wie ich das Produkt am Patienten einsetze. Dafür fehlte die taktile Komponente. Durch die praktische Anwendung konnte ich ein Gefühl für das Material und das Vorgehen entwickeln. Die Socket Repair Membran unterstützt die Wundheilung bei der Wiederherstellung der bukkalen Alveolenwand und trägt zur Erhaltung des Kieferkamms nach der Extraktion bei. Nach den theoretischen Ausführungen des Referenten arbeiteten wir selbst mit dem Material und überzeugten uns am Schweinekiefer von der praxisorientierten Anwendung. Diese Technik werde ich in meinen Praxisalltag übernehmen; schon jetzt fallen mir einige Patienten ein, wo ich das Material hätte einsetzen können.

Annett Kieschnick im Gespräch mit Dr. Vogel aus Kassel
Annett Kieschnick im Gespräch mit Dr. Vogel aus Kassel


3. Wie protegieren Sie den Kieferkammerhalt derzeit und wo sehen Sie den Vorteil bei der von Dr. Cacaci vorgestellten Methode?
Dr. Vogel: Bisher arbeite ich mit Kollagenprodukten und/oder Gelatineschwämmchen, um den Blutpfropf in der Alveole zu stabilisieren. Das funktioniert; häufig auch sehr gut. Es gibt allerdings Indikationen, zum Beispiel eine infizierte Alveole, in welcher der Blutpfropf und somit in Folge das Knochenvolumen verloren geht. Das Vorgehen mit der Socket Repair Membran könnte hinsichtlich der Knochenhöhe und -breite in einem sichereren Ergebnis münden; das wird sich während der Anwendung im Praxisalltag zeigen. Wissenschaftlich evidente Daten, zum Beispiel hinsichtlich einer infizierten Alveole, wurden im Workshop nicht aufgezeigt. Aber hierzu machte Prof. Jürgen Becker in seinem Kongressvortrag evidente Aussagen.

 

4. Konnten Ihre Erwartungen an den Workshop erfüllt werden?
Dr. Vogel: Hinsichtlich der Socket Preservation auf jeden Fall. Die umfangreichen praktischen Ausführungen von Dr. Cacaci haben das Thema ausreichend beleuchtet. Ich hatte erwartet, etwas mehr über die Schnittführung bei der Freilegung des Implantates zu erfahren. Im Kontext der verschiedenen Schnittführungen gegeneinander kam dies für mein Empfinden etwas zu kurz. Vielleicht hätte dies aber den zeitlichen Rahmen gesprengt. So haben wir uns intensiv mit einem Thema beschäftigt und hier wurden meine Erwartungen absolut erfüllt. Ich kann etwas für meinen Alltag mitnehmen und theoretisch am Montag direkt anwenden.

5. Bitte geben Sie abschließend ein Statement zu den 9. Zimmer Implantologie Tagen.
Dr. Vogel: Es wurde ein guter Bogen von der Praxis zur Wissenschaft gespannt. Die Kombination aus Workshop, wissenschaftlich evidenten Fakten und dem engen Austausch mit Kollegen hat die beiden Tage für mich zu einer gelungenen Fortbildung werden lassen. In vielen Dingen, die ich in der Praxis anwende, wurde ich von den Referenten bestätigt. Das gibt Sicherheit im Alltag. Nicht zuletzt ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass Kollegen ähnliche Herausforderungen zu meistern haben, wie ich. Bei dem Kongress habe ich einiges erfahren, was mir sowie meinen Patienten eine Erleichterung bringt. Außerdem wurde ein „Blick über den Tellerrand“ und innovative Methoden vorgestellt, was mich mit spannenden Zukunftsperspektiven motiviert.

Vielen Dank für das Gespräch hier in Dresden
Annett Kieschnick, Freie Fachjournalistin, Berlin

Advertisements

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: