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„Ästhetik, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit in der Zahnerhaltung“ Juli 24, 2014

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Substanz erhalten

 Beim Heraeus Kulzer Symposium „Ästhetik, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit in der Zahnerhaltung“ standen Materialien und Methoden der restaurativen Zahnheilkunde klar im Fokus. Renommierte Experten informierten am 13. Juni 2014 in der Berliner Charité die rund 100 teilnehmenden Zahnärzte über den Stand der Forschung und gaben Tipps für den modernen Praxisalltag.

Mit einem Plädoyer für längeren Zahnerhalt eröffnete Prof. Dr. Roland Frankenberger, Philipps-Universität Marburg und Universitätsklinikum Gießen und Marburg, seinen Vortrag zum Thema „Kompositrestaurationen – State of the Art 2014“. Er forderte ein Umdenken: „Behandler stehen immer wieder vor der Frage: Reparatur oder Neuanfang? Wir müssen uns endlich von der Einstellung verabschieden, dass Reparaturen Pfusch sind. Vielmehr schont Minimalinvasivität die gesunde Zahnsubstanz.“

Der Patient müsse in der zahnärztlichen Versorgung wieder stärker im Fokus stehen. Der Behandler sei in der Pflicht, postoperative Hypersensibilität zu vermeiden. Gerade bei Karies-Exkavationen gelte es, Endodontien zu umgehen: „Was wäre, wenn ich selbst der Patient wäre? Ich würde eine defensive Herangehensweise bevorzugen.“ Allzu oft werde das Dentin jedoch überexkaviert, so Prof. Frankenberger.

Dem Wunsch der Behandler nach immer schnelleren und einfacheren Adhäsivsystemen zeigte der Experte Grenzen auf. Gerade bei All-in-one-Systemen müsse der Behandler prüfen, ob die ganze Oberfläche glänze. „Schließlich ist das das Fundament, auf dem wir später die perfekte Ästhetik auftragen.“ Eine robuste Anwendung bescheinigte er iBOND® Self Etch von Heraeus Kulzer.

Prof. Frankenberger zeigte anschließend zahlreiche Behandlungsfälle mit Kompositrestaurationen im Front- und Seitenzahnbereich. Moderne Komposite wie Venus® Diamond oder Venus Pearl von Heraeus Kulzer führen zu ästhetischen und wirtschaftlich sinnvollen Versorgungen – auch als Alternative zur Kieferorthopädie. Ihre größte Stärke sah Prof. Frankenberger in der Traumatologie: „Kompositrestaurationen sind wie dafür gemacht, in kritischen Situationen schnell zu helfen.“

Periimplantitis-Therapien unter der Lupe

„Periimplantitis aktuell – haben wir nun wirklich ein Konzept?“ Diese Frage beantwortete Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: „In puncto Periimplantitis arbeiten wir derzeit mit experimentellen Therapieansätzen.“

Diese Erkenntnis verblüfft umso mehr, wenn man bedenkt, dass in Deutschland derzeit jährlich rund eine Millionen Implantate gesetzt werden. In einer europaweiten Studie (Franke et al., 2013) zeigte sich eine Prävalenz der periimplantären Infektionen von bis zu 56 Prozent der Implantate. Hervorgerufen etwa durch chronische Entzündungen, biomechanische Überlastung, sogenannte „Zementitis“ oder besondere Muskelzüge, hat sich Periimplantitis zum Massenphänomen entwickelt. Im Gegensatz zur Mukositis, die nur das Weichgewebe angreift, ohne progressiven Knochenverlust um das osseointegrierte Implantat zu bewirken, ist die Periimplantitis irreversibel.

Hier rücke die Prophylaxehelferin in eine prominentere Rolle, so Prof. Smeets: „Das Weichgewebe ist der Schlüssel zum Erfolg. Hygiene ist effektiver als die Behandlung des Schadens.“

Auch die Befestigung sei entscheidend. Zementrückstände könnten meistens nicht vollständig vermieden werden (Linkevicius et al. 2012; Wilson et al. 2009). „Also besser verschrauben als zementieren wenn es möglich ist“, fasste Prof. Smeets zusammen. „Verschraubte Lösungen sind billiger, durch die neue CAD/CAM Technik sehr präzise, deuten an weniger Periimplantitis zu verursachen und stärken Ihre Wettbewerbsfähigkeit.“ Gerade die cara I-Bridge® von Heraeus Kulzer sei passgenau und durch ihren abgewinkelten Schraubenkanal einfach zu handhaben.

Doch woran erkennt man Periimplantitis? Ab mehr als 6 Millimetern Sondierungstiefe, dem Abbau der Knochensubstanz von über 2,5 Millimetern, Bluten auf Sondieren (BOP) sowie Pus. Umso wichtiger sei bei Implantatversorgungen daher regelmäßiges Röntgen: erstmalig nach der Implantation, dann nach dem Einsetzen der Prothetik, zum dritten Mal ein Jahr nach physiologischer Belastung. „Die letzte Dokumentation ist die wichtigste. Hier zeigt sich, ob Ihre Therapie erfolgreich ist“, so Prof. Smeets. „Wird eine Periimplantitis diagnostiziert, gibt es zwei Möglichkeiten der Therapie: eine chirurgische oder eine nicht-chirurgische, antiinfektiöse. Hier können Lokalantibiotika, die z. B. als Gel appliziert werden, in einem Gesamtkonzept unterstützend helfen“ (Mombelli et al. 2001, Salvi et al. 2002, Renvert et al. 2006).

Mehr Begeisterung für die eigene Leistung

Privatleistungen erfolgreich anbieten – wie das geht zeigte Reinhard Homma von MediGram. „Ich erlebe das regelmäßig bei meinen Kommunikationsanalysen: Der Patient liegt auf dem Stuhl, fragt nach den Kosten und der Zahnarzt schaut weg und nuschelt verschämt den Betrag“, so Homma. In diesem Moment entstehe ein klarer Vertrauensverlust. Zahnärzte müssten lernen, selbstbewusster mit ihren hochwertigen Leistungen umzugehen. Die Frage nach dem Preis sei immer positiv zu deuten: „Sie ist das erste Kaufsignal.“ Als einen weiteren wichtigen Punkt nannte Reinhard Homma den Teilnehmern, aktiv hinzuhören. Qualifizierte Kommunikation bedeute: „Wer richtig fragt, führt das Gespräch.“

Wissenschaft und Praxis im Dialog

Das Heraeus Kulzer Symposium fand auf historischem Boden statt: in der Hörsaalruine der Berliner Charité. Bei einer Führung durch das Medizinhistorische Museum der Klinik erfuhren die Teilnehmer, dass ihr Berufsstand einen praktischen Beitrag zur medizinischen Versorgung geleistet hat: Es waren Zahnärzte, die Ende des 19. Jahrhunderts Operationslampen einführten.

„So wie an diesem Ort Historie und Gegenwart verschmelzen, so ist es unser Anspruch, Praxis und Wissenschaft zu verbinden“, erklärte Dr. Andrea Leyer, Global Scientific Affairs bei Heraeus Kulzer. „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, den Dialog zwischen den Partnern in der zahnmedizinischen Versorgung stetig voranzutreiben. Dem tragen wir mit unseren Fortbildungen Rechnung.“

Die Teilnehmer zeigten sich von dem Symposium begeistert. „Ich habe viele Anregungen bekommen, wie ich an meiner Kommunikation mit Patienten arbeiten kann“, konstatierte Elke Lobert, niedergelassene Zahnärztin aus Berlin. „Prof. Frankenberger hat mir aus der Seele gesprochen, indem er so vehement für den Zahnerhalt plädiert hat, statt zu extrahieren“, so Karin Schrickel aus Cottbus.

Symposien und Fortbildungen finden Zahnärzte unter http://www.heraeus-kulzer.de/zahnarztfortbildungen. Auf dieser Seite sind auch Details zu den kommenden Symposien zu Parodontologie und Implantologie am 10.10.2014 in Essen im Casino Zollverein und am 17.10.2014 in Leipzig im Michaelis Da Capo angegeben. Weitere Auskunft erteilt Janice Hufnagel, Koordinatorin Veranstaltungen Events Deutschland, unter janice.hufnagel@kulzer-dental.com.

Prof. Dr. Roland Frankenberger zur Bedeutung von Minimalinvasivität und Kompositrestaurationen: Film ab!

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