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Europäisches COLTENE Key Opinion Leader Meeting beleuchtet Zukunft der Zahnmedizin November 28, 2014

Posted by toebi in Aktuelles.
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Von regenerativer Endo und Komposit als Alleskönner

Im Fußballstadion von St. Gallen fiel bereits so manche Entscheidung internationaler Bedeutung. Diesen November wurde die bekannte Sportstätte zum Schauplatz für ein Gipfeltreffen der europäischen Zahnmedizin. Der Schweizer Dentalspezialist COLTENE lud anerkannte Meinungsführer und Forschungskoryphäen zum Key Opinion Leader Meeting in seine Heimat ein. Über 80 renommierte Experten aus Forschung und Praxis diskutierten für zwei Tage die Zukunft der Endodontie und restaurativen Zahnheilkunde. Unter den Teilnehmern befanden sich Vertreter führender europäischer Universitäten und Forschungslabore sowie zahlreiche Zahnärzte, die sich mit ihren innovativen Behandlungskonzepten und ungewöhnlichen Patientenfällen auch international bereits einen Namen gemacht haben. So nahmen u.a. Spezialisten aus Deutschland, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Norwegen, Schweiz und den USA an den zahlreichen Fachvorträgen und angeregten Diskussionen teil.

Das Chamäleon der restaurativen Zahnheilkunde

Nach den einführenden Worten von COLTENE Geschäftsführer Martin Schaufelberger stand im ersten Teil des Kongresses der kreative Einsatz und die Weiterentwicklung von Komposit als Alleskönner der restaurativen Zahnheilkunde im Mittelpunkt. Der Vorsitzende Prof. Dr. Ivo Krejci, Leiter der Klinik für Kariologie und Endodontologie sowie Präsident der Ecole de Mèdecine Dentaire der Universität Genf, präsentierte zu Beginn der Tagung sein eigens entwickeltes Konzept des lebenslangen Dentalcoachings. Minimalinvasive Behandlungen mit direkter und indirekter Adhäsiv-Technik stellen nach wie vor eine der besten Alternativen zur langfristigen Versorgung des Patienten dar. „Dank der steigenden Lebenserwartung in Westeuropa wachsen auch die Ansprüche an eine nachhaltige zahnmedizinische Betreuung und Therapie, angefangen vom Kleinkind bis ins hohe Alter“, so Krejci. Im zweiten Vortragsblock drehte sich dann alles um den aktuellen Stand der Materialforschung. Prof. Dr. Jorge Perdigão vom Department of Restorative Sciences der Universität Minnesota referierte über die neuesten Ansätze zur Verbesserung der Dentinhaftung mithilfe von Adhäsiven. Ergänzend hierzu gewährte Simon Sutter den internationalen Gästen einen exklusiven Einblick in die jüngsten Innovationen der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von COLTENE unter dem Titel „Wie lässt sich die Glanzbeständigkeit von Komposit verbessern?”

Tipps und besondere Ideen zum Einsatz von Composite-Veneering-Systemen wie dem weltweit etablierten Behandlungskonzept COMPONEER gaben die niedergelassenen Zahnärzte und Ästhetik-Spezialisten Dr. George Gomes aus Lissabon, Dr. Mario Besek aus Zürich. Industriell vorgefertigte Nanohybrid-Kompositschalen bieten dem modernen Behandler unzählige Möglichkeiten im Bereich der Frontzahnrestauration, vom Beheben von Fehlstellungen, Diastemata und Zahnfrakturen bis hin zum Lückenschluss und der klassischen Kariestherapie. Dr. Monik Vasant aus London beleuchtete die hohe Kunst der hochästhetischen Frontzahnsanierung in der Freihandtechnik mittels dem MIRIS System, welches auch den direkten Vergleich mit Keramikrestaurationen nicht zu fürchten braucht. Abgerundet wurde das Programm mit einem spannenden Ausblick auf neue Lösungsansätze im Bereich restaurative Zahnheilkunde. Diskutiert wurde die geschickte Nutzung von 3D-Druck in der Dentalmedizin, der Einsatz von CAD/CAM-geschaffenen Kompositblöcken als echte Alternative zur Keramik sowie die Überkronung von Implantaten mit Komposit und Komposit-Zement für Brücken. Frau Prof. Mutlu Özcan der Universität Zürich beendete den Reigen der Vorträge mit einigen spektakulären Fällen, in denen sogar prothetische Freihandkonstruktionen aus Komposit zum Einsatz kamen und das enorme Potential des Alleskönners Komposit mehr als verdeutlicht wurde.

Neue Ansätze in der Endodontie

Nicht weniger lebhaft ging es am zweiten Kongresstag zu, der ganz im Zeichen der Endodontie stand. Unter dem Motto „Pulp Fiction – beyond today’s limitation of Endodontic treatment“ erforschten die Teilnehmer neue Wege zu einer regenerativen Ausrichtung in der Königsdisziplin der Zahnerhaltung, weg von der herkömmlichen, rein operativen Vorgehensweise. Die fachliche Tagungsleitung teilten sich Prof. Dag Ørstavik, Leiter des Bereichs Endodontie und des postgraduierten Programms der Universität Oslo, sowie Dr. Antonis Chaniotis, der an der Universität von Warwick tätig ist und seine Privatpraxis in Athen hat. Zum Auftakt erläuterte Prof. Håvard Haugen von der Universität Oslo die Prinzipien der Morphogenese sowie die besondere Rolle von „intrinsic disorder proteins“ (kurz: IDPs). Die Chancen zur Entwicklung eines Verfahrens für die gezielte Regeneration der dentalen Pulpa im Sinne eines „Tissue Engineerings“ illustrierte eindrucksvoll Dr. Kerstin Galler vom Universitätsklinikum Regensburg. Der Vorsitzende Prof. Ørstavik selbst zeigte Grundlagen und Grenzen zum effektiven Testen von dentalen Materialien auf. Gleichzeitig wies er auf die Bedeutung von klinischen Studien vor dem Einsatz innovativer Werkstoffe im klinischen Bereich hin. „Das Verständnis biologischer Prozesse darf nicht zum Selbstzweck mutieren. Wichtig ist, dass zuerst festgelegt wird, welche Zielführung die Untersuchungen von neuen Materialien haben und danach die Studien ausgelegt werden. Am Ende des Tages sollten neue Behandlungsmethoden auch tatsächlich dem Patienten zugute kommen und in der Praxis sinnvoll eingesetzt werden können…“ betont Ørstavik nachdrücklich.

Eine kreative Bereicherung bot Konstantinos Simatos, der ebenfalls aus Athen angereist war. Über die Mittagspause waren allerlei Perkussionsinstrumente im Vortragssaal verteilt worden und es gelang dem engagierten Griechen die Tagungsteilnehmer innerhalb von 40 Minuten zu einer orchestralen Zusammenarbeit zu bewegen. Eine Aufgabe, die der Entspannung diente und gleichzeitig allen Beteiligten hörbar wie sichtbar Spaß bereitete.

Dr. Antonis Chaniotis hatte bereits im regenerativen Teil des Tagesprogramms die Erkenntnisse der Basisforschung mit Erfahrungen aus dem Klinikalltag bereichert und eine Reihe von Langzeitbeobachtungen bei der Behandlung von Kindern vorgestellt. In seinem zweiten Beitrag zeigte er, warum und wie er zur Nutzung von intelligenten endodontischen Arbeitshilfen gekommen ist und wie modulare NiTi-Systeme und endodontische Absaugkanülen die Obturation eines perfekt präparierten Kanals für den Zahnarzt bereits heute deutlich vereinfachen. Bei der sogenannten Unterdruck-Technik wird fließfähige Guttapercha durch den geschickten Einsatz einer Absaugkanüle im vorübergehend versiegelten Kanal sogar in kleinste Lateralkanäle transportiert. Die maschinelle Aufbereitung gelingt nach wie vor am einfachsten mit einer bruchsicheren NiTi-Feile. Am Beispiel der HyFlex CM und dem neuen HyFlex EDM System demonstrierte der Endo-Experte, wie sich in kurzer Zeit hochpräzise Kanalausformungen realisieren lassen. Dr. Chaniotis über die aktuellen Fortschritte der Branche: „Für eine qualitativ hochwertige Behandlung und ein souveränes Arbeiten müssen wir zum Glück nicht erst auf die Zukunft warten! Nirgendwo schreitet die technische Entwicklung derzeit so rasant voran wie in der Endodontie.“

Den Abschluss des ereignisreichen Tages machte Dr. Barbara Müller, Leiterin der COLTENE Business Unit Endo. Sie stellte kommende Neuheiten wie GuttaFlow bioseal und die Hyflex EDM Feilen vor und zeigte dabei auf, dass deren besonderes Herstellungsverfahren eine neue Generation von NiTi-Feilen hervorbringt, bei denen die Reduzierung der Anzahl eingesetzter Feilen nicht auf Kosten der Qualität der Endo-Behandlung geht. Ergänzt wurde der Beitrag eindrucksvoll von Dr. Ginaluca Fumei and Dr. Thomas Rieger, die beide mit Hyflex EDM behandelte Fälle aus ihren Praxen vorstellten.

Wichtige Impulse für die Materialforschung

Auch der Gastgeber COLTENE war mit den Ergebnissen des Symposiums und den Denkanstößen der verschiedenen Meinungsführer rundum zufrieden. Das innovationsgetriebene Unternehmen wird unzählige Anregungen und Ideen aus dem Fachtreffen mit in seine eigene Entwicklungsarbeit nehmen. Die enge Zusammenarbeit mit Zahnärzten aus aller Welt und führenden Universitäten sowie Forschungslaboren spielt eine entscheidende Rolle beim Entwurf und der Gestaltung der praxisnahen Produkte. Nur so wird gewährleistet, dass die cleveren Arbeitshilfen und Dentalmaterialien den Zahnarzt in seinem Behandlungsalltag optimal unterstützen. Beim nächsten Key Opinion Leader Meeting sind die heutigen Visionen der Dentalspezialisten dann vielleicht schon gängige Behandlungsrealität geworden.

Erste Stimmen aus dem Publikum waren ebenfalls voll des Lobes. So hoben Prof. Brian Millar aus London sowie Dr. Hagay Shemesh aus den Niederlanden den ausgewogenen Mix zwischen wissenschaftlichen und klinischen Inhalten hervor. Teilnehmer wie Dr. Michael Leski, Polen, und Frau Dr. Sylvia Rahm, Deutschland, empfanden die bereichsübergreifenden Vorträge als sehr bereichernd und schätzten darüber hinaus die perfekte Organisation der Veranstaltung.

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