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Zahnärztekammer Schleswig-Holstein eröffnet „57. Sylter Woche“ Mai 21, 2015

Posted by toebi in Uncategorized.
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Während die meisten derzeitigen Gäste der Insel Sylt entspannte Urlaubstage verleben, zog es 1267 von ihnen aus beruflichen Gründen auf das Eiland: Bereits zum 57. Mal jährt sich in dieser Woche der Fortbildungskongress „Sylter Woche“ der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, der größte seiner Art in ganz Deutschland.

Aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Österreich, der Schweiz und Spanien sind Zahnärzte und Zahnarzthelferinnen angereist, um ein vielschichtiges Programm an Vorträgen und Kursen rund um das Thema „Zahnersatz – Innovation und Tradition“ zu erleben. 22 renommierte Referenten konnte Dr. Andreas Sporbeck, Vorstand Fortbildung der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, für die Veranstaltung im Westerländer Congress Centrum gewinnen. Kooperationspartner der „57. Sylter Woche“ ist die Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien.“

Dr. Michael Brandt, Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, konnte als Ehrengäste unter anderen den neuen Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel, den Präsidenten der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel und den Bundestagsabgeordneten Thomas Stritzl begrüßen.

Brandt sparte bei seiner Begrüßung nicht mit Kritik. So monierte er unter anderem die verschärften Anforderungen in der Praxishygiene als zum Teil überzogen, abwegig und dabei sehr kostenintensiv. Die zahnärztliche Profession nehme die Hygiene schon aus eigenem Interesse sehr ernst, so Brandt. Unverständlich sei hingegen der bürokratische Aufwand, der den Praxen abverlangt werde. „Die mögliche Folge in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein: Der Tod vieler kleiner Landpraxen.“

Auch zum e-Health-Gesetz des Bundesgesundheitsministers fielen konkrete Worte: „Ärzte und Zahnärzte für Verzögerungen in der Umsetzung des Datenaustausches zahlen zu lassen, wäre ebenso dreist wie eine zusätzliche Passagierabgabe für die Fertigstellung des Berliner Flughafens – geben Sie dies gerne an den Gesundheitsminister weiter“, ergänzte Brandt an Stritzl gewandt.

Stritzl als Mitglied des Gesundheitsausschusses des Bundestages ging in seinem Grußwort auf die umstrittenen neuen Regelungen zur Bestrafung von bestechlichen Ärzten, Apothekern und anderen Heilberuflern ein. Der neue Paragraph 299a sei nicht etwa eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Rechtsanwälte, sondern schließe lediglich eine Gesetzeslücke. „Natürlich werden wir den Rat der Bundeszahnärztekammer dazu hören“, betonte Stritzl.

Zugleich betonte er: „Das deutsche Gesundheitssystem ist bei allen Klagen im Vergleich zum Ausland spitze. Dazu tragen die Leistungen der Zahnärzte in erheblichem Maße bei. Und da gute Arbeit angemessen honoriert werden muss, wird sich die CDU für die Beibehaltung des dualen Systems der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung mit Nachdruck einsetzen.“

Dr. Peter Kriett, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein ergänzte: „Mit dem Antikorruptionsgesetz soll das selbstständige Handeln in Misskredit gezogen werden.“

Auch Dr. Peter Engel legte die Finger in eine Wunde: „Die Freiberuflichkeit wird durch die EU-Deregulierung immer stärker angetastet. Unser Heilberuf droht, von Fremdbestimmungen unterwandert zu werden. Dies lassen wir nicht zu.“ Der Sylter Woche zollte er höchstes Lob: Der alljährliche Fortbildungskongress auf Sylt genieße bundesweit einen hervorragenden Ruf.

Traditionell schloss ein fachfremder Vortrag den Eröffnungstag: „Erdbeben in Deutschland oder Zentraleuropa?“, diese Frage beantwortete Prof. Dr. Klaus Reicherter von der Hochschule Aachen. Wer hätte etwa gewusst, dass Anno 1612 ein – wenn auch leichtes – Erdbeben in Bielefeld verzeichnet wurde? Doch der Referent konnte beruhigen: In Deutschland sei die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens sehr gering – im Gegensatz zu anderen Teilen Europas wie Italien, Griechenland und der Türkei – bei Deutschen überaus beliebte Urlaubsziele. Seine „take home message“ lautete: „Versuchen Sie erst gar nicht, ins Freie zu rennen. Entweder schaffen Sie es nicht oder Sie werden vor der Tür von Trümmern erschlagen“. Lieber Deckung suchen und Ruhe bewahren!

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