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3. CP GABA Prophylaxe-Symposium Update Sensibilitäten und Erosion: Neue Therapieansätze tragen zur Verbesserung der Lebensqualität bei Juli 1, 2015

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Bereits zum dritten Mal lud der Spezialist für Mund- und Zahnpflegeprodukte CP GABA zum Prophylaxe-Symposium ein. Rund 120 Teilnehmer kamen nach Berlin, um sich sowohl fachlich als auch praxisbezogen auf den neuesten Stand in Sachen Sensibilitäten und Erosion zu bringen.
Unter der Leitung von Dr. Marianne Gräfin Schmettow, Leiterin Scientific
Affairs bei CP GABA, wurde das Symposium in der bereits bewährten
Zusammenarbeit mit dem Prophylaxe Team Club veranstaltet. Im Fokus
standen die Themen „Sensibilitäten“ und „Erosion“ sowie die Frage nach
Neuem und Bewährtem, die von Experten aus Wissenschaft und Praxis
anhand aktueller Datenlage kritisch beleuchtet wurde. Die dialogbasierte
Veranstaltung bot den Teilnehmern im Rahmen von Tele-Dialog-Umfragen
(TED) und Fragerunden umfangreiche Möglichkeiten zum Austausch mit
den Experten.
Für Patienten ist die „Schmerzfreiheit“ wichtig
Prof. Dr. Christian Gernhardt, Universität Halle-Wittenberg, widmete seinen
Vortrag der Dentinhypersensibilität (DHS) – einem ernstzunehmenden, fast
täglichen Problem in der Praxis. Grundvoraussetzung für die Entstehung
sind freiliegende Dentinoberflächen. Typisch ist das Auftreten eines
stechenden Schmerzes, der provozierbar ist, nur in Verbindung mit
äußeren Reizen auftritt (thermische, chemische, mechanische oder
osmotische) und nach deren Ende unmittelbar wieder abklingt. Bei
Beschwerden rät Gernhardt zunächst zu einem ausführlichen
Patientengespräch unter anderem mit Fragen nach der Art und Intensität
des Schmerzes und den schmerzauslösenden Faktoren. Bei Verdacht auf
DHS folgt eine gezielte DHS-Diagnostik. Lassen sich bei der eingehenden
klinischen Untersuchung Differentialdiagnosen wie Karies, Frakturen,
endodontische bzw. parodontologische Probleme oder
Überempfindlichkeiten nach anderen zahnärztlichen Behandlungen
ausschließen, kann die Diagnose DHS angenommen werden.
Danach gilt es, mit dem Patienten über mögliche Ursachen und
Risikofaktoren zu sprechen, um präventiv ein Fortschreiten bzw. weiteres
Auftreten von freiliegenden Zahnhälsen zu vermeiden. Das geschieht im
Rahmen einer umfassenden Ernährungsberatung und professionellen
Mundhygieneinstruktion. Bei leichter Symptomatik folgt die Empfehlung von
Produkten zur häuslichen Anwendung. Dazu gehören freiverkäufliche
Präparate wie desensibilisierende Zahnpasten und Mundspüllösungen. Bei
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Fax: 0611 / 40 80 6-99
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schwerwiegenderer Symptomatik oder wenn keine Besserung eintritt, ist
eine zusätzliche Behandlung der betroffenen Dentinoberflächen in der
Praxis mit non-invasiven Methoden angezeigt. Dafür kommen geeignete inoffice
Präparate zum zeitlich begrenzten oder permanenten Verschluss von
Dentinkanälchen und Desensitizer in Frage, möglicherweise in Kombination
mit einer Lasertherapie. Bleibt trotz aller Maßnahmen der Schmerz
bestehen, kommen invasive Therapiemöglichkeiten zum Einsatz (z.B.
Restaurationen, Parodontalchirurgie, Endodontie). Im weiteren Verlauf
seines Vortrages griff Gernhardt das Thema „Zwischen Werbeversprechen
und Realität“ gezielt auf und diskutierte kritisch die Effektivität der
Wirkstoffe zur Therapie von DHS.
Er nannte zunächst die Anforderungen, die an Produkte zur professionellen
Anwendung in der Praxis gestellt werden und bewertete anschließend nach
diesem Schema die auf dem Markt befindlichen Präparate. Als wirksame
Therapeutika bei DHS gelten in-office Fluoridierungspräparate. Aber auch
Präparate auf Kunststoffbasis zeigen gute Resultate [1]. Präparate auf
Haftvermittlerbasis sind effektiv, hinterlassen aber einen Film auf der
Oberfläche und damit eine mögliche Plaqueretentionsstelle. Sie sind daher
eher kritisch zu betrachten. Zur Lasertherapie findet man sehr
unterschiedliche Angaben in der Literatur, sie ist aber grundsätzlich auch
als wirksam bei sofortigem Wirkungseintritt zu sehen. Insbesondere in
Kombination mit Fluoriden wird die Lasertherapie als vorteilhaft
beschrieben [2,3]. Strontiumchloridhaltige Präparate zeigen gute
Ergebnisse bei der Verwendung in Zahnpasten und in experimentellen
Studien [4], es gibt aber bisher keine Verwendung in Lacken oder
Desensitizern zur Anwendung in der zahnärztlichen Praxis.
Das neueste Wirkstoffkonzept im Bereich der DHS-Therapie basiert auf der
PRO ARGIN® REPAIR-Technologie, wie sie beispielsweise in elmex®
SENSITIVE PROFESSIONAL™ Produkten eingesetzt wird. Die
wesentlichen Bestandteile sind Arginin, eine natürlich vorkommende
Aminosäure, und unlösliches Calciumcarbonat. Diese Wirkstoffkombination
dringt bereits bei einmaliger Anwendung in die offenen Dentintubuli ein und
verschließt diese. Das führt zu einer sofortigen und deutlichen Linderung
der Schmerzsymptomatik. In klinischen Studien konnte der Nutzen der
PRO ARGIN® REPAIR-Technologie gezeigt werden. In einer
Anwendungsstudie nach Scaling bewirkte das Polieren mit der elmex®
SENSITIVE PROFESSIONAL™ Desensibilisierungspaste eine signifikant
stärkere Verbesserung der DHS-Symptomatik verglichen mit einer
herkömmlichen Prophylaxepaste [5]. Eine weitere Studie hat darüber
hinaus gezeigt, dass die Anwendung der Paste direkt vor einer
professionellen Zahnreinigung die nachfolgende Prophylaxemaßnahme für
Patienten mit schmerzempfindlichen Zähnen deutlich angenehmer macht
[6]. Die Wirkung tritt sofort ein und hält bis zu vier Wochen an. Das
bedeutet für Patienten nicht nur die Linderung ihrer Symptome und einen
entspannten Termin in der Zahnarztpraxis, sondern auch eine deutliche
Verbesserung der Lebensqualität.
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Abnutzung der Zähne ist bis zu einem gewissen Grad physiologisch
Prof. Dr. Adrian Lussi, Universität Bern, berichtete über dentale
Substanzverluste. Der erhöhte Zahnhartsubstanzverlust, auch „erosive
tooth wear“ genannt, ist die Kombination von dentaler Erosion und
mechanischer Abnutzung (Abrasion/Attrition). Dass die Erosion in der
breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, liegt laut Lussi vor allem
am schleichenden Verlauf der Erkrankung. Anfängliche erosive Schäden
sind nur minimal sichtbar und verursachen keine Schmerzen. Beschwerden
kommen oft erst bei fortgeschrittenen Erosionen in Form von
überempfindlichen Zähnen. „Was wir machen müssen, ist schauen“,
appellierte Lussi an die Teilnehmer, „Erosionen muss man frühzeitig
erkennen, um entsprechend präventiv einschreiten zu können.“ Eine matte
bis seidigmatte Zahnoberfläche mit fehlenden Perikymatien
(Wachstumslinien) weise auf eine beginnende Erosion hin. Charakteristisch
sei auch eine am Gingivarand verlaufende intakte Schmelzleiste, die etwa
durch die Schutzfunktion der Sulkusflüssigkeit oder aber auch durch
bestehende Plaque vor Erosion geschützt war. In fortgeschrittenen Stadien
kommt es zur Abrundung und Eindellung der Okklusionsflächen im
Seitenzahnbereich, und bestehende Füllungen können die angrenzende
Zahnhartsubstanz überragen.
Für die Entstehung der dentalen Erosionen sind verschiedene
Risikofaktoren auf der Patienten- bzw. Ernährungsseite verantwortlich.
Entscheidend ist die Häufigkeit und Dauer von Säureangriffen. So erhöht
sich die Progression erosiver Defekte bei vier oder mehr Säureexpositionen
pro Tag signifikant [7]. Außerdem sollte insbesondere ein längerer Verbleib
der erosiven Substanzen im Mundraum sowie Umspülen der Zähne
vermieden werden [8–10]. Für den Entstehungsprozess der Erosion ist
nicht der pH-Wert allein, sondern das Zusammenspiel zwischen den
verschiedenen Bestandteilen wichtig. Orangensaft mit Calcium-Zusatz
kann bedenkenlos getrunken werden [11]. Ebenso ist es hilfreich, Obst in
Kombination mit Milchprodukten zu verzehren. Zum Abschluss seines
Vortrags wollte Lussi endgültig mit „der Irrmeinung“ des zeitverzögerten
Zähneputzens nach Mahlzeiten aufräumen. Studienresultate zeigen, dass
es keine signifikanten Unterschiede im Substanzverlust gibt, ob der Patient
nun gleich nach dem Verzehr von säurehaltigen Mahlzeiten putzt oder 30
Minuten, zwei oder gar vier Stunden mit dem Zähneputzen wartet [12].
„Unser Hauptproblem ist immer noch Karies, deshalb steht die
Kariesprophylaxe im Vordergrund. Im Normalfall sollen die Zähne also
unmittelbar nach dem Essen gereinigt werden. Allgemeines Propagieren
von Wartezeiten vor dem Zähneputzen schafft nur Verwirrung mit dem
Risiko, dass die Zahnreinigung ganz vergessen wird“, so Lussi.
Symptomatische Therapie mit zinn-/fluoridhaltigen Produkten
Prof. Dr. Carolina Ganß, Universität Gießen, nahm in ihrem Vortrag die
Werbeversprechen der Industrie unter die Lupe und ging der Frage nach,
welche der Wirkstoffe zur Erosionsprophylaxe tatsächlich einen
nachweislichen Effekt haben. Ziel anti-erosiver Therapieansätze sind
Strategien, die die Säureresistenz der Zahnhartsubstanz erhöhen und
damit auch zu weiterer Reduktion der Demineralisation führen. Neue
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Produkte sollten zudem speziell für den Indikationsbereich Erosion getestet
und den etablierten Wirkstoffen zur Kariesprävention überlegen sein.
Studien belegen, dass die Wirksamkeit von Fluoriden im Rahmen von
Erosionen wesentlich durch die Art der Fluoridverbindung bestimmt wird.
Hier zeigt Zinn in Verbindung mit Fluorid (Sn/F) die besten Ergebnisse –
sowohl im Laborversuch [13] als auch in Form von Sn/F-haltiger
Mundspüllösung unter klinisch relevanten Anwendungsbedingungen [14].
Auch bei den Zahnpasten scheinen nach heutigem Kenntnisstand die zinn-
/fluoridhaltigen Produkte (wie etwa elmex® EROSIONSSCHUTZ Produkte)
die sicherste Wirkung zu haben [15]. Bei Zahnpasten mit monovalenten
Fluoridverbindungen wie NaF gibt es deutliche Unterschiede in der
Effektivität. Zudem haben Zahnpasten bei dieser Indikation grundsätzlich
eine geringere Wirkung als Gele oder Spüllösungen. Daher werden für die
symptomatische Therapie von Erosionen für Patienten mit geringer
Säureexposition und initialen Erosionen Sn/F-haltige Zahnpasten
empfohlen. Patienten mit ausgeprägten Erosionen und starker
Säureexposition sollten ergänzend zur SN/F-haltigen Zahnpaste eine Sn/FMundspüllösung
benutzen.
Ernährungs- und Verhaltenslenkung mithilfe eines Protokolls
Susanne Graack vom Norddeutschen Fortbildungsinstitut Hamburg stellte
das Erosions-Prophylaxekonzept von CP GABA vor. Es beinhaltet das
systematische Abklären des individuellen Risikos mithilfe des BEWE-Index
(Basic Erosive Wear Examination). Zudem sieht es die Erhebung der
spezifischen Anamnese und den Einsatz eines Ernährungsprotokolls vor.
Abgerundet wird das Konzept durch die Anwendung eines speziell für die
Indikation „Erosion“ in Zusammenarbeit mit internationalen Experten
entwickelten Produktsets, bestehend aus Zahnpasta, Zahnspülung und
Zahnbürste. Mit dem Protokoll ist es möglich, die durch die erste Beratung
erreichten Veränderungen im Ernährungs- und Mundhygieneverhalten zu
überprüfen und gegebenenfalls erneut zu korrigieren. Das Ziel ist es, die
Patienten für das Thema Zahnerosion zu sensibilisieren und ihnen in
diesem Zusammenhang den Einfluss konkreter ernährungs- und
verhaltensbedingter Risikofaktoren zu verdeutlichen und als Resultat davon
das Ernährungsverhalten zu ändern. In einer Anwendungsbeobachtung in
30 Zahnarztpraxen mit je fünf Testpersonen führte das neue
Behandlungskonzept bei 70 Prozent der Testpersonen zu einer
Verbesserung des risikobehafteten Ernährungsverhaltens und bei 90
Prozent zu einer Verbesserung der erosionsprophylaktischen Maßnahmen
im Alltag (bei Verwendung von Zinn-haltigen Erosionsprodukten sowie
Verwendung einer Erosions-Zahnbürste zur schonenden Reinigung). CP
GABA bietet zu dem Thema Erosion unter „elearningerosion.com“ eine
Online-Lernplattform an.
Eine Frage der richtigen Didaktik
„Life Long Learning – Lebenslanges Lernen” bedeutet laut Dr. Thilo
Schmidt-Rogge vom Philipp-Pfaff-Institut in Berlin, die Komfortzone zu
verlassen und immer offen für Neues zu sein. In der heutigen
schnelllebigen Zeit des täglichen Wandels und technischen Fortschritts ist
eine regelmäßige Fortbildung des gesamten Praxisteams unerlässlich, um
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den Patienten jederzeit eine State-of-the-Art-Behandlung bieten zu können.
Mit seinem umfangreichen Fortbildungsprogramm leistet das Philipp-Pfaff-
Institut einen wichtigen Beitrag zum Wissenstransfer und leitet damit
wertvolle Arbeit für die Zukunft: Denn laut einer amerikanischen Studie
besteht lediglich eine 0,4-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Zahnärzte in
den kommenden 20 Jahren zumindest teilweise durch Computer ersetzt
werden [16]. So hieß die gute Nachricht zum Schluss: „Zahnmedizin ist
extrem sicher und das Wissen kann Ihnen keiner wegnehmen!“
Von der „Notfallpraxis“ zur „Wohlfühlpraxis“
Im anschließenden Vortrag ging Angelika Doppel vom Beratungs-Institut
Doppel in Herne einen Schritt weiter. Sie stellte fest, dass die
zahnmedizinische Kompetenz für den Behandlungserfolg ohne Frage
entscheidend sei, diese aber in Zeiten des Wettbewerbs und harten
Konkurrenzkampfes von den Patienten vorausgesetzt und erwartet wird. Ihr
Anspruch geht heute weit über die reinen zahnmedizinischen Leistungen
hinaus. Daher sei es wichtig, ein Alleinstellungsmerkmal über die
eigentliche Dienstleistung hinaus zu besitzen, um Patienten zu halten und
erfolgreich neue zu werben. Eine positive Kommunikation und persönlicher
Service haben daran einen erheblichen Anteil. Beides beginnt bereits an
der Eingangstür, denn den ersten Eindruck, der in einigen
Zehntelsekunden geprägt wird, kann man kein zweites Mal bekommen.
Dazu gab Frau Doppel den Teilnehmern wertvolle Tipps, wie sich der erste
Eindruck positiv beeinflussen lässt. Eine wichtige Erkenntnis aus dem
Vortrag „Servicewüste Zahnarztpraxis“ war, dass zwar Produkte und
Dienstleistungen kopiert werden können, nicht aber das Wissen und der
persönliche Service. Und die abschließende Botschaft für den Arbeitsalltag
lautete: „Das Beste kommt zum Schluss“,…, „denn der letzte Eindruck
bleibt und prägt die Beziehung.“
Lebhafte Diskussion bis zum Ende
In einer Abschlussdiskussion mit den Experten Ganß, Gernhardt und
Graack wurden die während der zweitägigen Veranstaltung
eingesammelten Fragen der Teilnehmer ausführlich beantwortet. Von
besonderem Interesse war unter anderem die generelle Frage zu RDAWerten
von Zahnpasten, die von allen Experten einstimmig dahingehend
beantwortet wurde, dass RDA-Werte wenig Aussagekraft besitzen und
keine Schlussfolgerung über die sichere Anwendung einer Zahnpaste
zulassen. Einen viel größeren Effekt auf die Zahnhartsubstanz haben
„falsches Zähneputzen“ (Schrubben) und die Kraft, mit der geputzt wird.
Die rege Teilnahme an der Fragerunde zeigte, dass es bei beiden
Indikationen noch umfangreichen Informationsbedarf gibt. Diesem Bedarf
kam die Veranstaltung gemäß Rückmeldungen der Teilnehmer erfolgreich
nach. Besonders hervorgehoben wurde die hohe Relevanz für die tägliche
Arbeit (97 Prozent) und immerhin 78 Prozent gaben an, dass sie aufgrund
des Symposiums die Empfehlung an ihre Patienten ändern werden.
Quellen:
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