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51. Bodenseetagung der BZK Tübingen zum Thema Kinderzahnheilkunde Juli 30, 2016

Posted by toebi in Uncategorized.
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Kinder zählen zu den sensibelsten Patienten in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Ihre Behandlung erfordert großes Einfühlungsvermögen. Nur wenn die kleinen Patienten Vertrauen zu ihrem Zahnarzt haben, kann eine solide Basis entstehen, die für eine lebenslange Mundgesundheit enorm wichtig ist. Da die Behandlung von Karies, Zahnschmelzanomalien und Zahnverletzungen bei Kindern und Jugendlichen ein Anliegen der gesamten Zahnärzteschaft ist, wird Spezialwissen auf diesem Gebiet immer wichtiger. Die diesjährige Bodenseetagung der Bezirkszahnärztekammer Tübingen trägt diesem Umstand Rechnung und bietet einen praxisnahen Überblick über aktuelle Aspekte der Kinderzahnheilkunde. Erwartet werden am 16. und 17. September rund 500 Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich in diesem Jahr in Konstanz treffen – im historischen Konzilgebäude, dem größten mittelalterlichen Profanbau Süddeutschlands.

Fokus auf die frühkindliche Karies
Wie Dr. Wilfried Forschner, Vorsitzender der Bezirkszahnärztekammer Tübingen, vorab mitteilte, wird die Fortbildungstagung einen Fokus auf die frühkindliche Karies richten. Jedes 7. Kind weist im Alter von drei Jahren Symptome einer frühen Milchzahnkaries auf. Diese rasch voranschreitende Zerstörung der Zahnhartsubstanz kann nur gestoppt werden, wenn die Gesundheitskompetenz von Eltern und Kindern gestärkt wird und vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Hauptursache für die bereits kurz nach dem Zahndurchbruch auftretende Karies sind zucker- und säurehaltige Getränke in der Nuckelflasche und süße Nahrungsmittel. Zudem wird das Fortschreiten des kariösen Prozesses durch eine ausbleibende oder unzureichende Entfernung des Biofilms auf der Zahnoberfläche begünstigt.

Zugang zur Versorgung für alle Kinder
Der wissenschaftliche Tagungsleiter Prof. Dr. Bernd Haller, Ulm, der für diesen Kongress namhafte Referenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gewinnen konnte, schickte voraus, dass die Zahl der behandlungsbedürftigen Kinder vor allem durch Migration aus Krisengebieten ansteigen wird. Damit alle, vor allem die Karies-Risikokinder aus benachteiligten sozioökonomischen Verhältnissen, Zugang zu einer guten zahnärztliche Versorgung haben, sind Fortbildungen auf dem Gebiet der Kinderzahnheilkunde dringend geboten.

Milchzähne sind wichtig
Diskutiert werden auf dem Fortbildungskongress verschiedene Behandlungsansätze, die neben kindgerechten und minimalinvasiven Kariestherapien auch die restaurative Versorgung von Milchzähnen umfassen, für die neben vorgefertigten Kronen auch eine ausgedehnte Kompositrestauration in Frage kommt. Komposite sind auch eine gute Therapieform bei einem speziellen Krankheitsbild, der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH). Bei diesem genetisch bedingten und auch erworbenen Schmelzdefekt nehmen die bleibenden Zähne eine cremeweiße, gelbliche oder sogar bräunliche Färbung an, sind übersensibel und porös. Das bedeutet für die betroffenen Kinder eine starke Beeinträchtigung, Mundhygiene ist nur eingeschränkt möglich und die Kauaktivität verringert.

Schmerzausschaltung ist oberstes Gebot
Für die Behandlung von Kindern ist eine Schmerzausschaltung die Grundlage für eine hochwertige Versorgung. Je nach Kooperationsbereitschaft und Umfang der Gebissschäden werden lokale Betäubung, „Schlafnarkose“ (Sedierung) oder Vollnarkose nötig. In ihrem Vortrag zur Schmerzausschaltung bei Kindern wird die Referentin Dr. Uta Salomon, Friedrichshafen, darauf hinweisen, dass besonders bei sehr jungen Patienten Schmerz nicht nur eine organische Ursache hat, sondern auch ein subjektives Gefühl darstellt.

Zahnunfälle sind häufig
Ein zweiter Schwerpunkt der Fortbildungstagung ist das Zahntrauma. Rund ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen erleiden bis zum 16. Lebensjahr einen Unfall, von dem auch die Zähne betroffen sind. Bei bleibenden Zähnen sind medizinische, psychische und auch finanzielle Folgen oft so gravierend, dass eine sofortige Intervention nötig ist. Bei ausgeschlagenen Zähnen, die in vielen Fällen replantiert werden können, gehört die adäquate Lagerung, z. B. in einer Zahnrettungsbox, zu den wichtigsten Maßnahmen am Unfallort. Für eine erfolgreiche Einheilung ist es wichtig, dass möglichst viele Bindegewebszellen vital bleiben. Dem Zahnerhalt nach einem Zahnunfall dient auch die Wurzelkanalbehandlung, die in manchen Fällen auch außerhalb der Mundhöhle durchgeführt wird, ehe der sanierte Zahn wieder an seinem alten Platz eingesetzt wird.

Programm fürs Praxisteam
„Moderne Kariestherapien und die Behandlung von Kindern und Jugendlichen nach Zahnunfällen” ist das Thema der 45. Tagung für über 400 Zahnmedizinische Mitarbeiterin/innen, die gleichzeitig zur Tagung der Zahnärztinnen und Zahnärzte in Konstanz aufwartet.

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