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Dentista-Gehaltsumfrage: Zufriedenheit mit der Bezahlung – was macht sie aus? August 28, 2016

Posted by toebi in Uncategorized.
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Welche Noten geben Arbeitgeber und junge angestellte Zahnärzte dem Verdienst, den sie ermöglichen bzw. erhalten? Wer ist finanziell zufriedener – Zahnärzte in der Metropole oder auf dem Land? Und welche Rollen spielen Extras, die das Einkommen abrunden?
Solche Aspekte standen im Zentrum der 2. Auswertung der „Gehaltsumfrage“ des Dentista e.V.: Im vergangenen Herbst haben den Online-Fragebogen 750 Zahnärztinnen und Zahnärzte ausgefüllt. Die Ergebnisse der 1. Auswertung „wer verdient wieviel?“ sind zu finden auf Dentista.de unter „Aktuelles“. Auch bei der 2. Auswertung wurden die Daten der Arbeitgeber und der jungen Arbeitnehmer getrennt erhoben und getrennt ausgewertet. Die Geschlechterverteilung bei den Arbeitgebern betrug entsprechend der altersgerechten Verteilung insgesamt rund ein Drittel weibliche und zwei Drittel männliche Zahnärzte – bei den jungen Arbeitnehmern lag die Quote genau umgekehrt und entsprach damit ebenfalls weitgehend den aktuellen Relationen.

„Lohn alleine macht nicht glücklich“
Diese Überschrift gab kürzlich das Institut der Deutschen Wirtschaft einer Meldung zu einer Studie hinsichtlich der Zufriedenheit von Menschen mit Job und Beruf *) – sie könnte auch über dem Ergebnis der 2. Auswertung der Dentista Gehaltsstudie stehen. Unter dem Aspekt der Zufriedenheit mit dem eigenen Einkommen (Arbeitnehmer) bzw. der Gehaltszahlung (Arbeitgeber) wurde nicht nur die Höhe der Zahlung abgefragt, sondern neben dem Geschlecht auch der Praxisstandort: Metropole, Großstadt, Kleinstadt oder ländliche Region?

Junge Zahnärzte, die ihr Einkommen mit „sehr gut“ benoteten (rund 13 %), arbeiteten relativ gesehen am häufigsten in der Großstadt, am zweitbesten schnitt die ländliche Region ab. Der Anteil der weiblichen und männlichen Zahnärzte entsprach dabei ihrem Anteil an der Gesamtzahl der Antwortenden. Mit der Note Zwei (rund 26 %) bewerteten vor allem junge Zahnärzte in der Kleinstadt ihre Bezahlung – prozentual am wenigsten genannt wurde hier die ländliche Region. Auch hier: Männer und Frauen in gleicher Verteilung wie in der Gesamtgruppe. Prozentual etwas mehr Zahnärztinnen als Zahnärzte nannten ihre Einkommenssituation befriedigend (rund 30 % insgesamt), die meiste Zustimmung zur Note „Drei“ gab es von angestellten jungen Zahnärzten mit Arbeitsplatz in einer Kleinstadt, gefolgt von der Metropole. Bei der Zufriedenheits-Note „Vier“ (19 %) finden sich deutlich mehr Frauen als ihr Prozentsatz an der Auswertung ausmacht. „Ausreichend“ sagten vor allem junge Zahnärzte aus der Kleinstadt, etwas seltener aus der Großstadt, und am seltensten wurde die Note „Vier“ von Zahnärzten in ländlicher Region vergeben. Noch seltener vergaben die jungen Zahnärzte in ländlicher Region die Note „Fünf“ (12 % insgesamt), am unzufriedensten mit ihrem Einkommen waren mit Abstand die Zahnärzte mit Arbeitsplatz Großstadt. Der Anteil der Männer und der Frauen entsprach hier in etwa der Gesamtverteilung. Da die Großstadt aber auch bei der Note „Sehr gut“ die Rangfolge anführt, wird deutlich, dass die Großstadt keineswegs ein schlechter Standort ist. Dennoch gibt es eine Praxislage, die deutlich positiv auffällt: Die ländliche Region liegt im Schnitt bei der Zufriedenheit mit dem Einkommen vorne – dicht gefolgt von der Metropole. Kleinstadt und Großstadt schnitten etwas schlechter ab.

Unter denjenigen, die mit dem Gehalt unzufrieden waren, war der Anteil der Frauen größer. Dies spiegelte sich aber nicht im angegebenen Einkommen: Die Note „Sehr gut“ gaben sie ebenso bei eher geringem Einkommen wie „Mangelhaft“ bei eher hohem Verdienst. Dennoch spielt das Einkommen eine starke Rolle: Als „Ausbeutung“ (Freifeld-Angabe, ergänzend zur Benotung, hier Note „Fünf“) wurde quer über Regionen und Geschlecht besonders oft eine Zahlung „bis 2500 Euro plus 20 % ab 10.000 Euro Umsatz“ bezeichnet – nicht zuletzt mit dem Hinweis, die Aufgabenverteilung lasse einen solchen Umsatz in nicht ausreichendem Maße zu. Es wurde oft kritisiert, dass Arbeitnehmern keine Einsicht in die Praxisumsatzstatistik möglich sei. Auch mangelnde Zuschüsse zu Fortbildung bzw. zu wenig arbeitsbefreite Zeit fanden sich unter den Kritikpunkten.
Unter denjenigen, die ihrem Verdienst die Note „Eins“ gaben (die Einkommensangaben wurden entsprechend modifiziert), fanden sich vergleichsweise viele „Teilzeit“-Tätige – die Verteilung Männer / Frauen entsprach hier dem Anteil an der Gesamtzahl der Antwortenden. Auch mehr Urlaub/mehr freie Tage fand sich bei Note „Sehr gut“ deutlich öfter.

Die Rolle der Extras
Während die Arbeitnehmer Zusatzleistungen ihres Arbeitgebers (Fortbildung, Kitaplatz, Fahrtgeld…) vergleichsweise selten als Plus- oder Minus-Punkt bei ihrer Einkommenszufriedenheit nannten, war die entsprechende Liste der Arbeitgeber lang und erstaunlich vielfältig. Die Arbeitnehmer unter den Zahnärzten gaben vor allem Tankgutschein und Fahrtkostenzuschuss an, Weihnachtsgeld, Zuschuss zur Kinderbetreuung, mehr Urlaub – und, eher exotisch in der Gesamtliste: die Gebühr für das Fitness-Studio. Die Liste der Arbeitgeber las sich erheblich umfangreicher und individualisierter: Hier spielte vor allem die Unterstützung der Fortbildung eine Rolle (von 500.- Jahreszuschuss bis zur Übernahme der vollen Kosten eines Curriculums). Mit deutlichem Abstand an zweiter Stelle standen Fahrtkostenzuschüsse vielfältiger Art (freier Parkplatz bis hin zu Firmenwagen), gefolgt von Stichworten wie Berufskleidung, flexibler Urlaubs-/Freizeit-Regelung und Sonderzahlungen verschiedenster Art sowie „großzügige Handhabung individueller Wünsche“.
Als überwiegend zufrieden mit dem, was sie ihrem angestellten zahnärztlichen Mitarbeiter bezahlen, zeigten sich die Arbeitgeber: 19 % bezeichneten ihr Verdienst-Konzept als „sehr gut“, 45 % als „gut“ und 27 % als „befriedigend“, nur 6 % als „ausreichend“ und 3 % als „mangelhaft“. Unter diesen fand sich als häufigste Anmerkung, dass der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin sehr hohe Forderungen stelle, zum Praxisgewinn wenig beitrage und viel Stress verbreite. Auch hier zeigte sich: Die Beurteilung stand in keinem direkten Zusammenhang mit der gezahlten Summe – eine vergleichsweise hohe Zahlung fand sich ebenso unter Note „Sehr gut“ wie eine eher sehr geringe unter Note „Mangelhaft“.


Ländliche Region – viel plus und bisschen minus

Mit weitem Abstand waren die Arbeitgeber in ländlicher Region zufrieden mit der Bezahlung ihrer Angestellten, an zweiter Stelle stand die Kleinstadt. Prozentual betrachtet gaben Arbeitgeber in einer BAG häufiger die Zufriedenheits-Note „Sehr gut“ als diejenigen in einer Einzelpraxis. Der Anteil der Männer und Frauen unter den Arbeitgebern mit dieser Zufriedenheits-Note entsprach dem Anteil an den Befragten. Auch bei der Zufriedenheits-Note „Gut“ war der Anteil der Arbeitgeber in ländlicher Region prozentual am größten, gefolgt von denen in einer Metropole, und die Arbeitgeber in einer BAG gaben prozentual öfter ein „Gut“ als diejenigen in der Einzelpraxis.

„Note Drei“ vergaben prozentual mehr weibliche als männliche Arbeitgeber, hier führte die ländliche Region, alle anderen Regionen entsprachen ihrem Anteil an den Umfragebeteiligten. Eher unzufrieden mit ihrer Gehaltszahlung zeigten sich die Frauen: Ihr Anteil bei Note „Ausreichend“ war deutlich höher als ihr prozentualer Anteil, bei Note „Fünf“ ebenfalls mehr als ihr Anteil an den Gesamtbefragten. Bei Note „Vier“ führt die Großstadt mit überproportionalen Punkten und bei Note „Fünf“ mit deutlichem Abstand zum Rest die „ländliche Region“. Während also die ländliche Region bei den Arbeitnehmern eher besser im Trend liegt, sehen die Arbeitgeber sie sehr gemischt – sie führt bei Note „Eins“ und gleicherweise bei Note „Fünf“.

Bei Betrachtung der Schnittstellen von bezahltem Gehalt/Fixum-plus-Provision, Region und der Vielzahl an Zusatzleistungen ergab sich kein eindeutiges Bild, das einzelne Bausteine für Verdienstzufriedenheit erkennen ließe. Die große Variabilität der Antworten auf gleiche Grunddaten zeigt deutlich den individuellen Aspekt, ob sich ein angestellter Zahnarzt leistungsgerecht bezahlt fühlt oder ein Arbeitgeber zufrieden ist mit seinem Gehaltskonzept. Arbeitgeber geben sich offensichtlich sehr viel Mühe, ihren angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten vielfältige individuelle Zusatzleistungen anzubieten – mehr, als es den Arbeitnehmern bei der Beantwortung bewusst schien, da sie solche Extras vergleichsweise selten als Wert bei ihrer Verdienstzufriedenheit angaben.

Prozentual etwas zufriedener mit ihrer Situation waren Zahnärztinnen und Zahnärzte in BAGs und etwas unzufriedener weibliche Arbeitgeber und weibliche Arbeitnehmer – auch hier zeigten sich keine eindeutigen kausalen Verbindungen zu weiteren Angaben. Befragt wurden die Arbeitgeber auch, ob sie einen männlichen oder einen weiblichen angestellten Zahnarzt haben – hier interessierte im Hintergrund die Frage, ob eher männliche oder weibliche Arbeitnehmer zur wirtschaftlichen Zufriedenheit der Arbeitgeber beitragen. Ergebnis: Eindeutige Kausaltäten sind nicht erkennbar. Arbeitgeberinnen waren mit ihren angestellten Kolleginnen bzw. Kollegen ebenso zufrieden (bzw. unzufrieden) wie die Arbeitgeber. Eine „ideale Kombination“, so Dentista, ließ sich unter der Überschrift „Zufriedenheit mit der Gehaltszahlung“ nicht erkunden – das bestätigt, dass sich Zufriedenheit auf individuelle Faktoren gründet und mehr Bausteine hat als Region, Geschlecht, Einkommen und Zusatzleistungen. Nur ein Aspekt schälte sich als übergeordnetes Ergebnis heraus: Die ländliche Region ist hinsichtlich der Zufriedenheit sowohl  klarer Spitzenreiter, wenn es ums Wohlfühle und das gute Auskommen geht.

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