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Zum 100-jährigen Bestehen des Verbands der Deutschen Dental-Industrie September 13, 2016

Posted by toebi in Uncategorized.
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Gemeinsam erfolgreicher: Zahnärzte und Zahntechniker

Die moderne Zahnheilkunde wird seit Jahrzehnten geprägt durch das ambitionierte Zusammenspiel zweier Berufsfelder. Erstens: Zahnmediziner diagnostizieren orale Krankheitsbilder, geben Therapieempfehlungen für ihre Patienten und setzen diese fachgerecht ein; außerdem sorgen sie für die effiziente häusliche wie professionelle Prophylaxe. Zweitens: Immer komplexere Methoden und Materialien verlangen nach weiterer Expertise im Dentallabor; Zahntechniker steuern als ausgewiesene Werkstoffspezialisten das notwendige Wissen und die Laborerfahrung etwa zur Herstellung immer leistungsfähigerer Prothetik bei. Beide Professionen profitieren dabei von den ständigen Innovationen, die aus den Entwicklungsabteilungen deutscher Dentalfirmen seit über einem Jahrhundert hervorgehen.

Um ihre Leistungsfähigkeit noch zu verstärken, schlossen sich die hiesigen Dentalfirmen bereits 1916 mit der Gründung des Verbandes der Deutschen Dental-Fabrikanten (VDDF) zusammen, dem Vorläufer des Verbands der Deutschen Dental-Industrie (VDDI). Er firmiert seit 1950 unter diesem Namen und hat bis in die Gegenwart erheblich zur international hervorragenden Marktposition der deutschen Dentalunternehmen beigetragen. Ihre hochentwickelten Produkte und Therapieverfahren stehen im Zentrum einer stetig fortschreitenden Zahnheilkunde und werden von Zahnärzten in der Praxis wie von Zahntechnikern im Labor weltweit geschätzt und eingesetzt.

 

Teamplayer leisten mehr – klassisch oder digital

Garant für eine stabile Mundgesundheit der Bevölkerung ist die enge Kooperation von Zahnarzt und Zahntechniker. Dass diese seit langem exzellent funktioniert, zeigt etwa die gemeinsame Vorgehensweise im Bereich der klassischen Abformung, bei der der Zahnarzt den genauen Abdruck vom Patienten nimmt und der Zahntechniker dessen präzise Umsetzung ins Modell und anschließend in die endgültige Prothetik übersetzt. Dieser Arbeitsablauf ist über die letzten 100 Jahre eigentlich gleich geblieben; aber die  eingesetzten Materialien und Geräte hat die  Dentalindustrie weiter optimiert.

 

Dagegen haben die sich rasch weiterentwickelnden digitalen Technologien neue und durchaus hohe Anforderungen an das Tandem Zahnarzt-Zahntechniker gestellt: Der Einsatz des digitalen Workflow setzt voraus, dass beide als Teamplayer die für den jeweiligen Patientenfall beste Behandlungsoption eruieren. Je nach Indikation und einzusetzendem Werkstoff steht dabei das computer aided design beziehungsweise computer aided manufacturing meist im Mittelpunkt der dentalen Arbeitsabläufe.

 

CAD/CAM hat die Prozesse in Praxis und Labor extrem verändert. Die bewährte Gusstechnik wird zwar noch vielfach für Zahnersatz aus Metalllegierungen eingesetzt, aber neuere CAD/CAM-geeignete Werkstoffe dominieren inzwischen die dentale Prothetik. Insbesondere gilt dies für Vollkeramik aus dem ästhetischen Hochleistungswerkstoff Zirkonoxid, das sogar für okklusionstragende viergliedrige Brücken im Seitenzahnbereich geeignet ist. Das Indikationsspektrum von Zirkonoxid reicht von Einzelkronen, Inlay- und Freiendbrücken bis hin zur Implantatprothetik; die Fertigung solcher Restaurationen setzt eine intensive Kooperation von Zahnarzt und Zahntechniker voraus.

 

Total digital im Team

Der heute mögliche komplett digitale Workflow beginnt mit dem Einsatz eines Intraoralscanners. Mit seiner Hilfe erzeugt der Zahnarzt einen anatomisch korrekten Abdruck in Form eines digitalen Datensatzes und sendet ihn an das Labor. Diesen kann der Zahntechniker anschließend als Grundlage für ein virtuelles Meistermodell verwenden und darauf am Bildschirm die prothetische Arbeit entwerfen. Sie wird schließlich zur frästechnischen CAM-Verarbeitung vorbereitet und dann im automatisierten Fräsprozess zur Herstellung von Restaurationen aus verschiedenen Keramik- oder Kunststoffmaterialien verwendet.

 

Das perfekte Zusammenspiel von Zahntechniker und Zahnarzt zeigt sich auch bei der CAD/CAM-basierten Herstellung von Präzisionsbohrschablonen für implantologische Maßnahmen. Das Verfahren ermöglicht die exakte Bestimmung der Implantatposition. Dazu konstruiert der Zahntechniker am Computer individualisierte Bohrschablonen, die durch Überlagerung von patientenindividuellen Abformungen, Intraoral-Scans und gegebenenfalls 3D-Röntgenbildern entstehen. Der Zahnarzt evaluiert anschließend die virtuellen Modelle, korrigiert sie gegebenenfalls und gibt sie dann zur Anfertigung der Schablonen frei.

 

Zur Realisierung der Bohrschablonen hat der Zahntechniker verschiedene Möglichkeiten: Entweder stellt er sie zeitsparend und kostengünstig direkt im Dentallabor her oder er übergibt den Datensatz an ein externes Labor beziehungsweise an eine zentrale industrielle Fertigung, welche auf die entsprechenden CAD/CAM-Verfahren spezialisiert sind. Methodisch bewährt haben sich zur Herstellung präziser Bohrschablonen die Frästechnik, Selektives Laserschmelzen oder der 3D-Druck im Material der Wahl: beispielsweise Zirkonoxid, Lithiumdisilikat, zirkonverstärtes Lithiumsilikat, Nichtedelmetall oder Polyetheretherketon. Daneben bestehen bewährte analoge Methoden weiter: Alternativ können Bohrschablonen auch in der klassischen Tiefziehtechnik in Kunststoff gefertigt werden.

 

Weitere Arbeitsfelder für das Teamwork

Auch die Kieferorthopädie bietet ein attraktives Arbeitsfeld für die Kooperation von Zahnarzt und Zahntechniker: Etwa bei der Behandlung der weitverbreiteten craniomandibulären Dysfunktion (CMD) besteht ein großer Bedarf an interdisziplinärer Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen im Verbund mit dem Zahntechniker-Zahnarzt-Tandem, wenn es um die Herstellung geeigneter Schienen zur Entlastung und Schmerzlinderung für unter Bruxismus leidende Patienten geht. Die Schienentherapie der CMD ist ein erfolgversprechendes Behandlungsverfahren und kann vielfach einen operativen Eingriff unnötig machen.

 

Bei der Therapie mit einer Schiene kommt es ganz besonders auf das exakte Zusammenspiel von Zahnarzt und Zahntechniker an, denn sie muss unter Verwendung eines Gesichtsbogens und einer Kieferrelationsbestimmung hergestellt werden. Eine weitere Voraussetzung sind Präzisionsabformungen beider Kiefer. Als für die Schienentherapie besonders vorteilhafte Werkstoffe haben sich Polyurethanoligomere erwiesen, die sich durch ihre weitgehende Monomerfreiheit auszeichnen und dadurch sowohl extrem biokompatibel als auch schrumpfungsarm sind.

 

Solche innovativen Polyurethanoligomere eignen sich außerdem für Teil- oder Totalprothesen, Kombi- und Modellgussarbeiten, Provisorien und Bohrschablonen. Damit stellt die deutsche Dentalindustrie dem Team Zahnarzt-Zahntechniker wieder ein neues Werkstoffsystem für eine Vielzahl von Indikationen zur Verfügung, das somit zu einer weiteren Optimierung der Mundgesundheit beiträgt.

 

Fazit

Die große Innovationskraft deutscher Dentalfirmen basiert auch auf der engen Zusammenarbeit mit Universitäten und wissenschaftlichen Instituten; ihre gemeinsamen Erfolge setzen sich in der Kooperation von Zahnarzt und Zahntechniker bei der praktischen Anwendung fort. Diese Synergie hat bis in die Gegenwart hinein der Zahnheilkunde wichtige Impulse gegeben. Der methodische und werkstoffwissenschaftliche Fortschritt verlangt darüber hinaus eine zunehmend intensive Teamarbeit von Zahntechniker und Zahnarzt. Davon profitieren beide genauso wie letztlich der Patient.

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