jump to navigation

Parodontologie im Fokus: DG PARO Jahrestagung 2016 September 28, 2016

Posted by toebi in Uncategorized.
trackback

Die Tagungspräsidenten PD Dr. Bettina Dannewitz und Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf luden vom 15. – 17.September 2016 zur Jahrestagung der DG PARO nach Würzburg ein.
Unter dem Motto „Parodontologie im Fokus“ folgten mehr als 1.000 Besucher der Einladung, um renommierte Referenten aus dem In- und Ausland zu hören. Neben dem wissenschaftlichen Hauptprogramm gab es bei den Symposien, Kurzvorträgen, der Posterausstellung und dem Teamtag weitere Gelegenheit zum professionellen Austausch.
Epidemiologie: Haben wir die Parodontitis/Periimplantitis im Griff?
Prof. Dr. Thomas Hoffmann (Dresden) und Dr. Jan Derks (Göteborg) eröffneten mit
ihrem Thema das Hauptprogramm, moderiert von Prof. Dr. Petra Ratka-Krüger
(Freiburg) und Dr. Dennis Schaller (Planegg). Prof. Hoffmann stellte die aktuellen
Daten der 5. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) vor und verglich sie mit den
Ergebnissen der DMS IV. Unter den Erwachsenen und jüngeren Senioren sind 2014
nur noch halb so viele, die eine schwere Parodontitis haben, aber fast doppelt so
viele, die parodontal gesunde Zähne aufweisen. Eine überaus positive Entwicklung.
Trotz aller positiver Trends, die die DMS V zeige, merkte Prof. Hoffmann kritisch an,
dass bei Querschnittsstudien der direkte Vergleich, hier der DMS V mit der DMS IV,
so nicht möglich ist, weil andere Patienten untersucht wurden, die sich von den
Patienten in der DMS IV in relevanten Punkten unterschieden. In der DMS V wurde
zudem erstmals bei ca. 10 Prozent der untersuchten Probanden eine Vollerhebung
der parodontalen Situation vorgenommen. Dabei zeigt sich, dass diese durch die
Untersuchung an Indexzähnen deutlich unterschätzt wird. Korrigiert man die
Prävalenzahlen aus der Teilerhebung, sind in Deutschland vermutlich 11,5 Millionen
Menschen parodontal schwer erkrankt. Prof. Hoffmann beendete seinen Vortrag
daher mit dem Satz „Wir sind noch nicht am Ziel angekommen!“.
Dr. Jan Derks befasste sich in seinem Vortrag mit der Fragestellung „Haben wir die
Periimplantitis im Griff?“. Er präsentierte die Ergebnisse seiner Studie mit 596
schwedischen Patienten, davon 427 Patienten und 1.578 Implantate mit sogenannten
„Baseline“- Röntgenbildern. Er betonte die Problematik der Vergleichbarkeit
vorhandener Periimplantitisprävalenzen aufgrund der zahlreichen Unterschiede in den
Falldefinitionen. Ein besonders wichtiger Punkt war hierbei die Unterscheidung von
„Knochenniveau“ und „Knochenverlust“ – von letzterem kann nur bei Vorliegen eines
Ausgangsröntgenbildes gesprochen werden. Dr. Derks ermittelte in seiner Studie eine
Prävalenz für moderate/schwere Periimplantitis von 14,5 Prozent für das
Patientenniveau und 8 Prozent für das Implantatniveau, bei einem positiven BoP und
einem Knochenverlust von >2mm. Bereits nach drei Jahren seien erste Anzeichen
einer Periimplantitis erkennbar, aufgrund der starken Progression rät Dr. Derks zum
2
sofortigen Handeln. Auf die Frage nach der Überlegenheit eines bestimmten
Implantatsystems verwies er auf die Notwendigkeit von Interventionsstudien zur
vollständigen Klärung dieser Frage.
Ätiologie/Mikrobiologie: Orale Bakterien – Freund oder Feind?
Prof. Dr. Hans-Curt Flemming (Duisburg) und George Hajishengallis D.D.S. Ph.D.
(Philadelphia), moderiert von Prof. Dr. Dr. Thomas Beikler (Düsseldorf) und Dr.
Margret Bäumer (Köln), behandelten das große Thema der Mikrobiologie. Prof.
Flemming brachte die hygienischen und technischen Probleme durch Biofilme in
Trinkwassersystemen auf den Punkt und sensibilisierte das Publikum mit
eindringlichen Beispielen und Bildern. Im Anschluss entführte George Hajishengallis
D.D.S. Ph.D. die Zuhörer in die Welt der mikrobiologischen Gemeinschaft und erklärte
die Wichtigkeit von Symbiose und Homöostase für die parodontale Gesundheit. Er
zeigte einige interessante Studien von nicht-menschlichen Primaten und ordnete P.
gingivalis eher als einen Risikofaktor und nicht als Ursache ein.
Diagnostik – Man kann nur behandeln, was man sieht
In diesem Themenblock zur Diagnostik referierten PD Dr. Bettina Dannewitz
(Weilburg), Dr. Norbert Cionca (Genf) und Denis Kinane BDS Ph.D. (Philadelphia).
Moderiert wurden die Vorträge durch Prof. Dr. Jörg Meyle (Gießen) und Dr. Christina
Tietmann (Aachen). PD Dr. Dannewitz erwähnte zu Beginn ihres Vortrags die heute
stark erweiterte parodontale Diagnostik. Sie machte allerdings deutlich, dass klinische
Messungen mit ergänzenden Röntgenbildern noch immer die Basis der parodontalen
Diagnostik sind. Als nächstes berichtete Dr. Cionca über mikrobiologische Tests und
stellte durch interessante Fallpräsentationen abermals den Bezug zur Praxis her. Zur
Detektion von A. actinomycetemcomitans. seien die Papierspitzen den Küretten
überlegen. Der Referent wies nochmals auf die Komplexität der Entstehung einer
Parodontitis hin und unterstrich die Wichtigkeit der Behandlung der Dysbiose und die
Wiederherstellung des körpereigenen Gleichgewichts. Den letzten Vortrag dieses
Themenblocks hielt Denis Kinane BDS Ph.D., der mit schottischem Witz und Charme
das komplexe Thema verständlich näher brachte. Neben der genetischen Diagnostik,
wie zum Beispiel für Cathepsin C und LAD relevante SNPs, konzentrierte er sich auf
die Epigenetik. Als Beispiel nannte er dafür die TLR-vermittelte Reaktion von
Epithelzellen auf Cytokine und Bakterien.
Antiinfektiöse Therapie – wenig Aufwand und viel Wirkung
Nach der Verleihung des Eugen-Fröhlich-Preises und des Dissertationspreises
startete der letzte Themenblock des Tages. Unter dem Motto „Antiinfektiöse Therapie“
referierten PD Dr. Gregor Petersilka (Würzburg), Prof. Dr. Jörg Meyle (Gießen) und
Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf (Würzburg). Die Moderation und anschließende
Diskussion leiteten Prof. Dr. Henrik Dommisch (Berlin) und Dr. Stefanie Kretschmar
(Ludwigsburg).
Dr. Petersilka eröffnete die Session und stellte die verschiedenen Möglichkeiten zur
Reinigung der Wurzeloberflächen dar. Schlussendlich zeigte sich keine klare
3
Überlegenheit eines Systems. Der ökonomische Vorteil liegt ganz klar bei den
Küretten, wohingegen sich mit Schall- und Ultraschallinstrumente bei Furkationen
bessere Behandlungsergebnisse erzielen lassen. Pulverstrahlgeräte, egal ob mit
Glycin oder Erythritolpulver, können bis zu einer Taschentiefe von 5mm ohne und bei
tieferen Taschen mit einem speziellen Aufsatz additiv eingesetzt werden. Die
Oberflächenrauigkeit ist nach der Verwendung von oszillierenden Instrumenten und
Handküretten gleich. Die Qualität der Oberfläche wird allerdings ganz klar durch den
Behandler beeinflusst.
Prof. Meyle stellte in seinem Vortrag die größte Studie zu Antibiotika in der
Zahnmedizin vor (AB-PARO-Studie, Harks et al. 2015). Hierbei wurden 402 Patienten
im Parallelgruppendesign untersucht. In der Testgruppe wurde das mechanische
Debridement mit zusätzlicher oraler Gabe von Amoxicillin (500 mg) und Metronidazol
(400 mg) kombiniert. Die Kontrollgruppe erhielt nur eine mechanische Reinigung. Es
konnte gezeigt werden, dass die Patientengruppe mit Antibiotikum zukünftig weniger
Attachmentverlust gegenüber der Kontrollgruppe erleidet. Darüber hinaus zeigte sich,
dass der zukünftige Attachmentverlust bei Patienten, die 35 Prozent Taschen mit
Sondierungstiefen 5 mm aufwiesen, um mehr als die Hälfte gegenüber der
Kontrollgruppe reduziert war.
Den letzten Vortrag an diesem Tag präsentierte Tagungspräsident Prof. Dr. Ulrich
Schlagenhauf. Er brachte dem Publikum die mikrobielle Sukzession nahe und
unterstrich noch einmal die Wichtigkeit der körpereigenen Homöostase. Mit
eindrucksvollen Folien verdeutlichte Prof. Schlagenhauf die Entstehung der Dysbiose
mit anschließendem Überwachsen von P. gingivalis. Anhand von Studien zeigte er
eindringlich, dass Ernährungslenkung und Probiotika erste Ansätze einer
ursachengerichteten Therapie- und Prophylaxestrategie bei parodontalen
Erkrankungen sind.
Versorgungskonzepte im Einklang mit Wissenschaft und Wirtschaftlichkeit
Der Samstag startete mit einer Diskussionsrunde, an der Prof. Dr. Dietmar
Oesterreich (BZÄK), Dr. Ute Maier (KZV BW), Dr. Michael Kleinebrinker (GKVSpitzenverband),
Prof. Dr. Thomas Kocher (Greifswald) und Dr. Wolfgang
Westermann (Emsdetten) teilnahmen. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Christof
Dörfer (Kiel). Die einzelnen Themenkomplexe wurden jeweils mit Kurzvideos
eingeleitet. Über die Aufnahme der unterstützenden Parodontaltherapie (UPT) in den
Leistungskatalog der GKV diskutierten die Experten anschließend ebenso angeregt
wie über die nachträgliche Wirtschaftlichkeitsprüfung. Bezüglich der
Wirtschaftlichkeitsprüfung stellte Dr. Maier klar, dass es keine nachträgliche
Leistungskürzung gibt, sofern beim Antrag alles korrekt beachtet wurde. Dr.
Westermann heizte die Diskussion auf angenehme Weise an, indem er die offene
Frage stellte, warum Zahnärzte/innen das Gespräch mit dem Patienten bezüglich
Mehrzahlung der UPT scheuen, dies für ZE oder Implantate jedoch nicht der Fall sei.
Ob es gut ist, die UPT in den Leistungskatalog der GKV aufzunehmen, konnte
letztendlich nicht vollständig geklärt werden. Zu unterschiedlich waren die Meinungen
der einzelnen Diskussionspartner. Festzuhalten ist, dass in Deutschland die
4
Versorgung der gesetzlich versicherten Patienten im Vergleich zu anderen Ländern
auf einem sehr hohen Niveau liegt und nicht den Anschein erwecken darf, die
Patienten seien unterversorgt.
Therapie: Regeneration – alles auf Anfang
Worauf bei regenerativen Eingriffen zu achten ist und welche verschiedenen
Möglichkeiten zur Verfügung stehen, zeigte Prof. Dr. Heinz Topoll (Münster). Die
Moderation dieses Themenblocks übernahmen Prof. Dr. Michael Christgau
(Düsseldorf) und PD Dr. Amelie Bäumer (Bielefeld). Prof. Topoll betonte, dass die
Chirurgie immer erst am Ende der initialen Phase kommen sollte. Wie ein roter Faden
zog sich durch seinen Vortrag eine seiner Kernaussagen: dass die Stabilisierung des
Blutkoagels ebenso wichtig sei wie der hierfür nötige primäre Wundverschluss.
Abschließend gab er seinen Zuhörern den Satz „Make it simple!“ mit auf den Weg.
Dem Thema der „Regeneration von Furkationsdefekten“ widmete sich Prof. Dr. Peter
Eickholz (Frankfurt). Er zeigte anhand einer Studie von McGuire & Nunn, dass
Molaren mit Furkationsgrad 0 bis I Überlebensraten von ca. 90 Prozent über 16 Jahre
aufweisen. Erst ab Furkationsgrad II sinken die Überlebensraten drastisch ab. Wenn
eine Überführung einer Grad II oder III Furkation in eine Grad 0 oder I Furkation
möglich wäre, könnten hierdurch Zähne langfristig mit einer erhöhten
Wahrscheinlichkeit erhalten werden. Für Zähne mit durchgängigen sondierbarer
Wurzelteilungsstelle ist die die Regeneration des Furkationsdefektes nicht möglich.
Furkationsgrad II befallene Molaren lassen sich jedoch unter günstigen Bedingungen
in Grad I Defekte umwandeln. Das Behandlungsergebnis der regenerativen Therapie
hält zu mehr als 80 Prozent über 10 Jahre. Hierbei ist die OP-Technik zweitrangig.
Membranen und Schmelzmatrixproteine schneiden gleich gut ab, wobei die
Kombination mit Füllern günstiger sein kann.
Der letzte Referent dieses Themenblocks, Prof. Dr. Filippo Graziani (Pisa),
differenzierte horizontale von vertikalen Knochenverlusten und wies darauf hin, dass
die große Mehrzahl an Defekten in horizontaler Dimension vorkommt. Viele
Forschungsergebnisse und Behandlungsvorschläge lägen hingegen für vertikale
Defektsituationen vor, was im Grunde genommen sehr widersprüchlich sei, da diese
nur in 30 Prozent der Fälle bestehen. Prof. Graziani sprach sich am Ende seines
Vortrags für parodontale Operationen an Zähnen aus, wenn Zahnfleischtaschen (> 4
mm) trotz nicht-chirurgischer Verfahren weiterhin persistieren sowie horizontaler
Knochenabbau >4 mm im posterioren und >6 mm im anterioren Bereich vorliegen.
Wenn Regeneration nicht funktioniert
Am Nachmittag wurde im wissenschaftlichen Hauptprogramm in der Session Therapie
das Thema Regeneration fortgesetzt unter der Fragestellung: „Wenn Regeneration
nicht funktioniert“. Moderiert wurde dieser Teil von Prof. Dr. Heinz Topoll und Dr.
Brigitte Simon (Stuttgart).
Prof. Dr. Clemens Walter (Basel) sprach sich für mehr resektive Therapie bei
furkationsbeteiligten Molaren aus. Er verwies darauf, dass dafür oft eine
5
weitergehende radiologische Diagnostik (DVT) erfolgen muss, um besser planen zu
können. PD Dr. Stefan Fickl (Würzburg) ging auf die Indikationen für Implantate bei
parodontal erkrankten Patienten ausführlich ein. Er plädierte dafür, vor allem Zeit zu
gewinnen z.B. durch Langzeitprovisorien, um den Zeitpunkt für die Implantation in
eine spätere Lebensphase zu verschieben. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um
Patienten mit einer Parodontitis handelt, die man nur schwer in den Griff bekommt,
betonte PD Dr. Fickl.
DG PARO Teamtag
Der DG PARO Teamtag stand unter dem Leitthema „Die Herausforderungen des
Alltags meistern!“. Zum Auftakt referierte PD Dr. Gregor Petersilka zum Thema „Wenn
alles weh tut: Schmerz & Schmerzausschaltung in der PA-Nachsorge“. Prof. Dr. H.-P.
Volz (Werneck) widmete sich dem sensiblen Thema „Wenn nicht Zähne das Problem
sind: Psychisch auffällige Patienten in der Praxis“, welches im zahnärztlichen Alltag
und der Ausbildung oft wenig Beachtung findet. Prof. Dr. Hendrik Meyer-Lückel
(Aachen) räumte mit „Mythen und Wahrheiten zum Umgang mit Wurzelkaries“ auf. Er
betonte, dass eine regelmäßige Fluoridierung häufig besser sei als Bohren und auf
Bissflügel auch bei älteren Patienten nicht verzichtet werden sollte. Prof. Dr. Ulrich
Schlagenhauf geht im Bereich der nicht-chirurgischen PA-Therapie mit dem Einsatz
von Probiotika einen konsequenten Weg, welcher sicher weiter ausgebaut werden
wird. Die Dysbiose, welche mit Probiotika schonend therapiert werden kann, stellt für
den Patienten eine probate und günstige Möglichkeit dar, die Plaqueakkumulation
und Entzündung deutlich zu reduzieren. Zum Abschluss des DG PARO Teamtags
blickte PD Dr. Petersilka mit dem Thema „Pulverstrahlen: Geht’s (noch) ohne in der
Praxis?“ in den Praxisalltag und zeigte, dass Pulverstrahlgeräte für Patienten einen
schonenden Zusatz in der Parodontitistherapie darstellen.
Symposien
Neben dem wissenschaftlichen Hauptprogramm gab es zahlreiche Kurzvorträge und
Posterpräsentationen. Symposien von Industriepartnern rundeten die gesamten drei
Tage ab. Am Donnerstag startete die DG PARO Jahrestagung mit einem Hands-on
Kurs „My first Emdogain®“ und anschließendem Vortrag von Dr. Jochen Tunkel (Bad
Oeynhausen) und PD Dr. Stefan Fickl (Würzburg) über „Parodontologie in der
Hochschule und Niederlassung – unterscheiden sich die Konzepte?“ (mit
Unterstützung der Firma Straumann). Das Ergebnis: das an der Hochschule gelehrte
Konzept kann durchaus mit kleinen Modifikationen in der freien Praxis bestehen – zur
Freude beider Referenten.
Der Freitag startete mit dem Symposium zum Themenkomplex „Mechanische &
chemische Biofilmkontrolle: Der europäische Konsens“, das von Procter & Gamble
unterstützt wurde. Die Themen „Mechanischen Biofilmkontrolle“ und
„Interdentalreinigung“ übernahm Prof. Dr. Christof Dörfer (Kiel), unterbrochen von
Prof. Dr. Nicole Arweiler (Marburg), die mit dem Thema „Chemische Biofilmkontrolle“
den Vormittag ganz im Zeichen der Biofilmkontrolle abrundete.
6
Am Nachmittag stand die Forschungsförderung im Blickpunkt: „10 Jahre DG
PARO/CP GABA-Forschungsförderung: Was hat Einfluss auf meinen Praxisalltag?“,
unterstützt von CP GABA. In Tandems wurde geförderten Projekten jeweils ein darauf
inhaltlich abgestimmtes Übersichtsreferat vorangestellt. Im ersten Block referierte
Prof. Dr. Christof Dörfer über „Wie praxisrelevant ist die Interdisziplinarität?“ und
moderierte die Veranstaltung. Anschließend präsentierte Dr. Yvonne Jockel-
Schneider (Würzburg) ihren Vortrag zu „Gerinnungsaktivierung durch Porphyromonas
gingivalis im parodontalen Biofilm – eine klinische Pilotstudie“.
Weitere Paarungen gab es zu den Themen „Systematische Parodontitistherapie –
Wann fällt die Entscheidung für regenerative Therapie?“ von Prof. Dr. Peter Eickholz
mit der nachfolgenden Vorstellung des Projektes „Postoperative Gabe von 200 mg
Doxycyclin nach regenerativer Therapie von Knochentaschen mit Emdogain®“ von Dr.
Lasse Röllke (Frankfurt) sowie „Genetische und epigenetische Grundlagen der
Parodontitis“ von PD Dr. Arne Schäfer mit dem Projekt „Auswirkungen
genspezifischer Metylierungsmuster auf eine parodontale Entzündung“ von Dr. Gesa
Richter (Berlin).
Der Samstagvormittag stand ganz im Zeichen der „Probiotika und Ernährungslenkung
in der Therapie und Prävention parodontaler/periimplantärer Entzündungen“,
unterstützt von Sunstar. Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf zeigte in seinem Vortrag
„Ernährung und ihre Bedeutung in der Ätiologie und Therapie von Karies und
Parodontalerkrankungen“, dass die moderne Ernährung den Körper auf Entzündung
einstellt und eine Dysbiose auslöst. Dr. Malik Hussein (Würzburg) stellte mit dem
Thema „Periimplantäre Mukositis – klinische Erfolge durch Probiotika!“ eine
vielversprechende Möglichkeit vor, nur durch die Gabe von Probiotika die
Periimplantäre Mukositis deutlich zu reduzieren. Zum Abschluss fesselte Dr. Markus
Schlee (Forchheim) das Publikum mit seinem praxisnahen Vortrag zum Thema
„Entscheidungsfindung in der parodontologischen und implantologischen
Therapiewahl“, unterstützt von Dentsply Sirona Implants. Er rief dazu, aufgrund hoher
Periimplantitisprävalenzen die Versorgung mit Implantaten so lange wie möglich
hinauszuzögern, da das Implantat nicht den besseren Zahn darstellt.
Klinische und experimentelle Kurzvorträge
Das Hauptprogramm wurde am Freitag von zahlreichen Kurzvorträgen unter der
Moderation von PD Dr. Bernadette Pretzl (Heidelberg) und Prof. Dr. Dr. h.c. Holger
Jentsch (Leipzig) begleitet. Im Fokus dieses Tages standen 15minütige
abwechslungsreiche Präsentationen auf höchstem Niveau zu einer Vielfalt an
klinischen und experimentellen Themen von Antibiotikagabe, über Langzeitstabilität
bis zu Regeneration und Knochenabbau. Zum Abschluss wurden die Ergebnisse der
Arbeit der diesjährigen DG PARO/CP GABA Forschungsförderung vorgestellt.
Die Tagungspräsidenten PD Dr. Bettina Dannewitz und Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf
können auf eine erfolgreiche Tagung mit herausragenden Referenten,
rekordverdächtigen Teilnehmerzahlen, einem gut organisierten Rahmenprogramm
sowie interessanten Gesprächen in einer außergewöhnlichen Location zurückblicken.
7
Als nächste große Veranstaltungen stehen in 2017 an:
DG PARO Frühjahrstagung (10.03 – 11.03.2017, Frankfurt), die zahlreichen
Graduiertentreffen und die Veranstaltung des DG PARO Junior Committee (DG
PARO Young Professionals, 08.07.2017, Düsseldorf) sowie die nächste DG PARO
Jahrestagung in Dresden vom 21.09. – 23.09.2017 – Save the Date!
Frederic Kauffmann und Alexander Müller-Busch, Universitätszahnklinik Würzburg
Im Rahmen der DG PARO Jahrestagung 2016 wurden mehrere Auszeichnungen
und Forschungspreise verliehen:
Die Preisträger im Überblick
DG PARO/CP GABA-Forschungsförderung
Prof. Dr. Immo Prinz, Hannover
Apl. Prof. Dr. Reichert, Halle
DG PARO meridol® Preis
Klinische Studien
1. Preis: Dr. Yvonne Jockel-Schneider, Würzburg
2. Preis: Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Dresden
Grundlagenforschung
1. Preis: Prof. Dr. Henrik Dommisch, Berlin
2. Preis: Apl. Prof. Dr. Stefan Reichert, Halle
Eugen Fröhlich Preis
Dr. Inga Harks, Münster
(stellvertretend für die gesamte Arbeitsgruppe: Inga Harks, Raphael Koch, Peter
Eickholz, Thomas Hoffmann, Ti-Sun Kim, Thomas Kocher, Jörg Meyle, Dogan Kaner,
Ulrich Schlagenhauf, Stephan Döring, Birte Holtfreter, Martina Gravemeier, Dag
Harmsen, Benjamin Ehmke)
Dissertationspreis
Dr. Svenja Schützhold, Greifswald
Posterbestpreise
1. Posterbestpreis: Dr. Loutfi Salti, Greifswald
2. Posterbestpreis: Christin Wangerin, Greifswald
3. Posterbestpreis: Helge Senkbeil, Greifswald
8
Bestpreis Kurzvorträge:
1. Bestpreis Kurzvortrag: Dr. Katrin Nickles, Frankfurt
2. Bestpreis Kurzvortrag: Dr. Christiane Pink, Greifswald
3. Bestpreis Kurzvortrag: Dr. Yvonne Jockel-Schneider, Würzburg
Implantatforschungspreis (gestiftet von Nobel Biocare)
Lars Schropp, DDS PhD, Ann Wenzel, Rubens Spin-Neto, Andreas Stavropoulos
Weitere Informationen sowie druckfähige Fotos zu den Preisverleihungen finden Sie
im Downloadbereich unter:
http://www.accente-kommunikation-wiesbaden.de/dgparo-jt
9

Advertisements

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: