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„Ideenschmiede im Gesundheitswesen“ Januar 28, 2017

Posted by toebi in Uncategorized.
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Neue Impulse, große Herausforderungen: In Stuttgart wurde am Freitag der zweite Landeskongress Gesundheit Baden-Württemberg eröffnet

Es sei ein „bunter Strauß von Interessengruppen, die hier zusammenkommen“, freute sich Dr. Klaus Baier, Präsident der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg, bei der Eröffnung des zweiten Landeskongresses Gesundheit Baden-Württemberg in Stuttgart. „Nach einer erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr kann der Kongress zu einer wichtigen Ideenschmiede im Gesundheitswesen werden“, ist sich Baier sicher. Die Veranstaltung fand am 27. Januar parallel zum ersten Tag des Messeduos MEDIZIN/TheraPro statt und stand unter dem Motto: „Aktive Versorgungssteuerung – Wie sehen Behandlungsprozesse der Zukunft aus?“. Schirmherr war Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg.

Das deutsche Gesundheitssystem sei zwar „auf höchstem Niveau und für unsere Verhältnisse sogar preisgünstig“, so Baier, doch könne es durch übertriebenen „Sparwahn und Ausbeutung von Arbeitskräften“ in Gefahr geraten. Um „konkurrenzfähig und leistungsfähig“ zu bleiben, gelte es daher, „Ideen, Manpower und Potenziale zu bündeln“.

Staatssekretärin Mielich: „Mitten im Strukturwandel“

Dies bekräftigte auch Staatssekretärin Bärbl Mielich vom Landesministerium für Soziales und Integration. Das deutsche Gesundheitswesen befinde sich „mitten in einem Strukturwandel“. Um die Aufgaben der Zukunft bewältigen zu können, müsse man langfristig auf eine „sektorenübergreifende, patientenorientierte Versorgung“ hinarbeiten. Die herrschende, „arztzentrierte Versorgungsstruktur“ sei überkommen, „denn wir können es uns nicht leisten, sämtliche Kompetenzen getrennt abzurufen. Meine Vision ist ein interdisziplinäres Versorgungsteam, das auf Augenhöhe miteinander arbeitet.“ Eine entscheidende Rolle spiele dabei die Telemedizin: „Hier müssen wir Bedenken und Ängste nehmen und die Digitalisierung als Chance begreifen.“

Staatssekretär Stroppe: „Vernünftig, bezahlbar und nutzbringend“

Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, pflichtete seiner Kollegin bei: Im Hinblick auf Demografie und ländlichen Raum sei ein Umdenken in vielen Punkten notwendig. „Die Bundesregierung kann nur Rahmenbedingungen schaffen. Diese auszufüllen, ist Aufgabe von Ländern, Kommunen und Krankenhäusern.“ Der Landeskongress Gesundheit könne dort, „wo noch nicht alles vernünftig, bezahlbar und nutzbringend“ sei, Impulse setzen, die schließlich „zu neuen bundesgesetzlichen Regelungen“ führen könnten. Als Ergebnis einer fruchtbaren Diskussion mit den Ländern nannte er das 2016 in Kraft getretene Krankenhausstrukturgesetz. Deutschland stehe „vor großen Herausforderungen“, etwa durch eine zunehmende „altersbedingte Multimorbidität“, sagte Stroppe. Oft werde allerdings vergessen, dass es „für ältere Menschen etwas ganz Positives ist, älter zu werden, und unser Gesundheitssystem trägt wesentlich dazu bei.“ Nun gehe es darum, „die Behandlungsqualität unter dem Blickwinkel der demografischen Entwicklung und im Einklang mit der Finanzierung zu erhalten.“

Anregungen und Know-how aus der Praxis

Mit der Umsetzung dieser knappen Zusammenfassung befassten sich zwei Beispiele aus der medizinischen Praxis: Irmtraut Gürkan, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Uni-Klinikums Heidelberg, erläuterte das Konzept einer „besseren Versorgung durch vernetzte Strukturen“; Prof. Dr. med. Matthias Schwab, Leiter des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie in Stuttgart, sprach über die „Stärkung der ambulanten Patientenversorgung mittels innovativer telemedizinischer Ansätze“. In den Foren des „World Café“ am Nachmittag wurden diese und andere Fragen zu den „Megatrends künftiger Versorgung“ anschließend weiter vertieft – etwa die „Digitalisierung und Telemedizin“, „Ambulante Versorgungspfade“ oder die „Aktive Versorgungssteuerung aus Sicht der Patienten“.

Über die MEDIZIN:
Die MEDIZIN ist eine seit vielen Jahren etablierte Veranstaltung für den Arzt sowie das medizinische Fachpersonal in Süddeutschland und dem angrenzenden Ausland. Die Kombination aus Fachmesse, Ärztekongress und weiteren Veranstaltungen rund um die Gesundheitsbranche machen die MEDIZIN zu einer wertvollen Informations- und Weiterbildungsplattform. In diesem Jahr werden über 10.000 Fachbesucher im Verbund mit der TheraPro erwartet, die auf rund 290 ausstellende Unternehmen im Messebereich treffen und die vielfältigen Möglichkeiten zur Fortbildung in Kongressen und Rahmenprogramm nutzen.

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