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Narkolepsie – Wenn Schlaf außer Kontrolle gerät Mai 23, 2018

Posted by toebi in Uncategorized.
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Narkolepsie ist eine zwar seltene, aber überaus quälende chronische Erkrankung.
Hauptsymptom ist die starke Schläfrigkeit am Tag: Betroffene werden regelrecht vom Schlaf übermannt.
 Beim Vortrag im abgedunkelten Raum, im Kino oder als Beifahrer bei einer län- geren Autofahrt wird jeder mal müde und gleitet in ein kleines Nickerchen. Das ist normal. W

er an Narkolepsie leidet, hat über solche Situationen jedoch keine Kontrolle mehr, so der Ratgeber aus Ihrer Apotheke: Er wird vom Schlaf immer wieder regelrecht überrumpelt. Das enorme Schlafbedürfnis überfällt die Betroffenen mitunter sogar während aktiver Tätigkeiten wie beim Essen, mitten in einer Besprechung oder gar beim Autofahren. Das ist nicht nur peinlich – es ist auch sehr gefährlich.   Der Schlaf-Rhythmus ist gestört
Diese starke Tagesschläfrigkeit ohne erkennbare Urs
achen ist das Hauptsymptom der Nar-
kolepsie. Begleitend treten dabei häufig auch sogen
annte Kataplexien und ein gestörter
Nachtschlaf auf. Unter einer Kataplexie versteht ma
n einen nur wenige (Milli-) Sekunden
dauernden Verlust der Muskelspannung. In leichteren
Fällen entgleisen dann beispielsweise
nur die Gesichtszüge, in schweren versagt die gesam
te Muskulatur der Arme und Beine, und
der Betroffene sackt plötzlich hilflos zusammen.
Wichtige Botenstoffe fehlen
Narkolepsie ist eine chronische Krankheit, von der
hierzulande schätzungsweise 40.000
Menschen betroffen sind. Meist tritt sie im Alter z
wischen 15 und 32 Jahren erstmals auf. Die
Ursache ist wahrscheinlich eine krankhafte Immunrea
ktion: Die Nervenzellen produzieren zu
wenig des Botenstoffs Hypocretin, der die Balance d
es Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. Die
Erkrankung ist bisher zwar nicht heilbar, doch könn
en Betroffene mit der richtigen Therapie
gut mit ihr leben. Dafür benötigen sie allerdings e
ine korrekte Diagnose.
Besser zum Spezialisten
Da die Erkrankung sehr selten auftritt und mit ganz
unterschiedlichen Symptomen verbunden
ist, ist sie von Ärzten oft nicht leicht zu erkenne
n. Meist wird sie erst spät diagnostiziert. Häu-
fig schämen sich die Betroffenen auch wegen ihrer „
Schlafsucht“, müssen sich herben Spott
anhören und versuchen deshalb nicht aufzufallen. Um
so wichtiger ist die Aufklärung bei ent-
sprechenden Symptomen. Dr. med Ulf Kallweit von der
Helios Klinik in Hagen leitet ein Nar-
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Herausgeber: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e. V.
Abdruck honorarfrei, Belegexemplare erbeten an DGK,
Biegenstr. 6, 35037 Marburg
Telefon: (06421) 293-140; Fax: (06421) 293-740; E-M
ail: presseservice@dgk.de; Internet: http://www.dgk.de
kolepsie-spezifisches Reha-Programm und rät, bei en
tsprechenden Symptomen den Haus-
arzt oder gleich einen Facharzt für Neurologie aufz
usuchen. „Erhärtet sich der Verdacht,
dass eine Narkolepsie vorliegt, sollte man idealerw
eise ein spezialisiertes Zentrum für Nar-
kolepsie oder ein Schlaflabor konsultieren.“
Verschiedene Therapien helfen
Für Narkolepsie-Patienten spielen die Umstellung de
r Lebensgewohnheiten wie auch die
Einnahme von Medikamenten eine wichtige Rolle. Zum
Beispiel werden die Schlafenszeiten
in der Nacht und kleine Schlafeinheiten am Tag gena
u geplant. So können die Betroffenen
tagsüber längere Phasen kontrolliert wach bleiben u
nd nachts besser schlafen. Reichen die-
se Maßnahmen nicht aus, stehen verschreibungspflich
tige Psychostimulanzien gegen die
quälende Tagesschläfrigkeit zur Verfügung. Auch geg
en die Kataplexien ist ein Medikament
verfügbar.
Hilfe durch Narkolepsie-Reha
Narkolepsie ist keine psychische, sondern eine orga
nische Erkrankung mit unterschiedli-
chem Schweregrad. Unbehandelt kann sie den beruflic
hen Alltag wie auch das Privatleben
der Betroffenen stark beeinträchtigen. Viele ziehen
sich aus dem sozialen Leben zurück,
Depressionen können auftreten und das Leben zusätzl
ich erschweren. Hier kann eine Reha
helfen. „Die spezifische Narkolepsie-Rehabilitation
verbindet sämtliche Therapiestrategien“,
erklärt Dr. Kallweit. „Das Programm beinhaltet nebe
n der medikamentösen Behandlung u.a.
psychologische Hilfe, ein intensives Sport- und Tra
iningsprogramm, Arbeitstherapie, Musik-
und Kunsttherapie sowie Sozialberatung.“ Der Austau
sch der Patienten untereinander ist
ebenfalls wichtiger Teil einer Reha-Maßnahme.
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