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Eine Geburtstagstorte zum Jubiläum: INTERNA der DGÄZ feierte 10jähriges Jubiläum Juli 19, 2014

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Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums der INTERNA, der Mitglieder-Veranstaltung der DGÄZ am 9. und 10. Mai 2014 am Traditionsort Westerburg, gab es eine große Fest-Torte – und auch ein kleines Geschenk für die Teilnehmer: „Das ist unser Dankeschön an Sie“, sagte dazu Prof. Dr. mult. Robert Sader, Präsident der wissenschaftlichen Fachgesellschaft, bei der Eröffnung: „Sehr viele von Ihnen sind schon seit der ersten INTERNA dabei und feiern damit ebenfalls ein zehnjähriges Jubiläum!“ Sein ausdrücklicher Dank galt ZA Wolfgang M. Boer, Referatsleiter der DGÄZ, für diese nachhaltige Initiative: Unter seiner Leitung habe sich die INTERNA als fast schon familiäre Tagung in den Herzen der Mitglieder etabliert, nicht zuletzt deshalb, weil hier ehrliche Vorträge aus dem Alltag in Praxis und Labor gehalten würden, authentisch miteinander diskutiert werde und „Sonntagspräsentationen“ keine Chance hätten. Unter großem Beifall des Auditoriums gab ZA Boer seinen Dank weiter an ZTM Stefan Schunke/Forchheim, dessen zahntechnische Expertise erheblichen Anteil am Erfolg der Mitgliederveranstaltung habe.

Mit dem Thema „Ästhetik im parodontal-vorgeschädigtem

Gebiss“ hatte der Jubiläums-Kongress eine besonders anspruchsvolle Herausforderung für die Referenten auf die Agenda gesetzt. Auch hier wurde wieder das Prinzip „1 Thema – 2 Expertisen“ umgesetzt, mit dem die INTERNA schon seit ihrem Start einen deutlichem Mehrwert für Praxis und Labor bietet: Konzepte aus der Praxis stehen neben prothetischen Rehabilitationen aus zahntechnischer Sicht. Beim aktuellen Aspekt parodontal-vorgeschädigtes Gebiss wurden dabei Grenzen deutlich, wo Patientenwünsche auch für hervorragend ausgebildete Zahnärzte nur noch schwer zu realisieren sind und parodontalchirurgische Eingriffe in den Bereich „Kompromiss“ rutschen. Dagegen stand eine Fülle eindrucksvoller Fall-Erfolge von spannenden zahntechnischen Konzepten bis zu zahnmedizinischen Behandlungsschritten für die ästhetische Versorgung sehr alter, aber anspruchsvoller Patienten mit erheblichen parodontalen und dentalen Problemen. Deutlich wurde: Viele Patienten sind heute mit rein medizinischem Erfolg nicht mehr zufrieden, und bei dieser Anspruchshaltung setzt das Lebensalter keine Grenze nach oben. Das komplexe Programm bot zudem Anregungen für „neues Denken“, beispielsweise durch die Möglichkeiten orthodontischer Extrusionstechniken – ein Vortrag, der vom Auditorium mit besonderem Beifall aufgenommen wurde.

Auf Schloss Westerburg wurde das INTERNA-Jubiläum fröhlich gefeiert, denn nicht nur mit Blick auf ihre Mitgliederveranstaltung hat die DGÄZ viel Anlass für gute Laune: Die wissenschaftliche Fachgesellschaft erfreut sich großen Interesses in der Zahnärzteschaft und im Bereich der Zahntechnik, und die auch regional ausgerichteten Fortbildungsangebote finden erheblichen Zuspruch. Zudem konnten neue erfolgreiche Absolventen der Prüfung zum „Spezilisten der DGÄZ“ vorgestellt werden. Ihren Anspruch auf wissenschaftlich basierte medizinische Behandlungskonzepte untermauerte die DGÄZ mit einer kleinen, aber wichtigen Änderung im Namen: Die Mitgliederversammlung zum Abschluss der INTERNA unterstützte den Vorschlag des Vorstandes, die DGÄZ in „Deutsche Gesellschaft für ästhetische Zahnmedizin“ umzubenennen und damit das bisherige „Zahnheilkunde“ zu ersetzen. Damit solle der Stellenwert des Medizinischen und die Bedeutung der Ästhetik für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde noch deutlicher werden als zuvor.

BU-Vorschlag: Grund zum Feiern für DGÄZ-Präsident Prof. Dr. mult. Robert Sader (links) und INTERNA-Initiator Wolfgang M. Boer (rechts): Die beliebte Mitgliederveranstaltung feierte 10jähriges Jubiläum – mit einer Geburtstagstorte für alle Teilnehmer.

ANHANG
Ausschnitte aus dem fachlichen Programm der Jubiläums-INTERNA


* „Erhalten statt Ex“ war der rote Faden im Vortrag von Dr. Kilian Hansen/München. Er motivierte zu Zahnerhalt und einer guten PA-Therapie, Zähne in entzündungsfreiem Umfeld hätten auch bei Attachment-Verlust eine gute Prognose. Unterstützt werde diese durch minimal- bzw. mikroinvase Chirurgie, die die wichtige Durchblutung kaum einschränkt. Auch einen Tipp zur Interdental-Ästhetik gab es für die Teilnehmer: Eine überkonturierte Krone könne durch den Druck aufs Weichgewebe eine „überzeugende Anmutung von Papille“ erreichen.
* Chirurgische Konzepte waren auch Thema von PD Dr. Maria-Merete Jervøe-Storm/

Bonn: Jede Tasche habe die Fähigkeit zu heilen, sagte sie, und verglich die Chancen von non-chirurgischem versus chirurgischem Vorgehen anhand unterschiedlicher Voraussetzungen. Das Netz aus Bakterienverbünden, der Biofilm, ließe sich von Küretten kaum stören, es sei daher unabdingbar, präventiv Bakterienanlagerungen zu reduzieren durch Glättung der Wurzeloberfläche. Ziel sei, das Gleichgewicht im Biofilm zugunsten non-pathogener Keime zu verschieben. Bei nicht-chirurgischem Vorgehen verblieben mehr Resttaschen als beim chirurgischen, was eine häufigere Nachkontrolle erfordere. Moderne Instrumente seien hilfreich – am wichtigsten aber das Können der Behandler.
* Wie Zahntechniker den Zustand des parodontalen Gewebes bei der Gestaltung der Prothetik mitberücksichtigen, zeigten drei Falldarstellungen von Absolventen des DGÄZ-Curriculums „Zahntechnik“. ZTM Wolfgang Bade/Schwerin stellte ein behutsames Gingiva-Management bei Implantatversorgung eines Patienten mit schwerer Parodontitis vor, ZTM Anja Nozinski/Düsseldorf den Weg, einer Patientin mit „schiefem Gesicht“ aufgrund einer Kiefergelenkerkrankung und zusätzlicher PA-Belastung ein gesellschaftlich anerkannteres Aussehen und damit Lebensqualität zu geben, und das Team Dr. Michael Maxerath/Rheinbach und ZTM Jürgen Häring/Bonn die Lösung eines besonders schweren Falles von weitgehendem Zahn-, Hartgewebe- und Weichgewebe-Verlust mittels implantologischer und ästhetischer Behandlungsschritte.
* Mit Dr. Sabine Hopmann/Lemförde berichtete eine chirurgisch ausgerichtete Zahnärztin über ihren Weg in die Orthodontie: Die Erfahrungen nach über 1000 gesetzten Implantaten hatten ihr „die Augen geöffnet“, wie sie sagte, für die geweblichen Zusammenhänge und Chancen. Oft seien vier größere Operationen notwendig, um einen kleinen Bereich rund um ein Implantat chirurgisch zu lösen. Ihr Weg ist, wenn möglich, heute die orthodontische Extrusionstechnik. Das Tissue Master Concept (nach Dres. Neumeyer, Mörig u.a.) ermögliche den vollständigen Erhalt mit zusätzlichem Volumengewinn sämtlicher alveolärer Strukturen ganz ohne Chirurgie und Schmerzbelastung für den Patienten, es biete vorhersagbare Erfolge und zeige langzeitstabile Resultate. Das Verfahren sei zudem „PA-Behandlung pur.“
* Auch Dr. Christian Felix/Bamberg  und ZTM Manuela Wiemann/Forchheim blieben im Feld der Implantologie. Sie zeigten als Ausgangslage eine medizinisch gelungene Implantatversorgung, die allerdings den optischen Erwartungen des Patienten nicht entsprochen habe. Schritt für Schritt stellten sie die entsprechende ästhetische Lösung vor, die sowohl die parodontale als auch die dentale Situation einbezog und auch die Funktion berücksichtigte. Ein besonderer Schwerpunkt war die Situation am Übergang Zahn/Zahnfleisch. Das Vorgehen brachte unter anderem die Zahnumformung in Erinnerung, die manchmal hervorragende Dienste für das Gesamtergebnis leisten könne.
* Auch bei Dr. Uta Steubesand/Köln stand neben der Verbesserung de gesundheitlichen Situation der Patientenwunsch nach gutem Aussehen im Blickpunkt, der bei parodontalen Vorschädigungen oft eine erhebliche Herausforderung sei. Diesem Anspruch müsse sich die Zahnmedizin neben den medizinischen Erfordernissen ebenfalls stellen, denn „30 Sekunden ins Gesicht sehen entscheiden über Sympathie oder Antipathie – und damit über die persönliche Lebensqualität!“ Die Wirkung der Zähne sei, unabhängig vom Alter des Patienten, erheblich. Bei der Vorstellung der vielen Einzel-Maßnahmen für eine strukturierte Parodontaltherapie verwies sie insbesondere auf ästhetische und perioprothetische Aspekte, die dem Patienten in der Phase der Erhaltungstherapie helfen können.
* Einen weiteren Weg im Bereich der ästhetischen Behandlungskonzepte stellten Dr. Vera Rasche/Köln und Dr. Adrian Lucaciu/Köln vor: Sie sprachen dabei auch an, dass es den Patienten nicht nur auf Ästhetik ankommt, sondern auch auf ein vorhersagbares Ergebnis. Bei Implantatversorgung sei dies zwingend von der richtigen Positionierung des Implantates abhängig. Um Risiken zu minimieren, verfährt die Praxis nach einem festen Credo: „Wir operieren keine Raucher.“
* Über den Spaß an der Zusammenarbeit und die durch Zusammenarbeit möglichen Behandlungserfolge berichteten die Dres. Armin Enssle/Nürnberg und Marc Sebastian/München. Sie beziehen je nach Situation des Patienten auch gastroenterologische, physiotherapeutische und weitere Expertise in ihren Behandlungsplan mit ein: „Der Körper zeigt Fingerprints, wie der Patient aufgestellt ist!“ Ihre Herangehensweise sei die Frage, wie der Patient überhaupt in diese Situation gekommen sei. Danach richte sich der Stufenplan der Behandlung, den sie beispielhaft vorstellten und der sich an minimalinvasivem, schonendem Vorgehen orientiere. Dr. Enssle favorisiert deshalb „Material aus der Tüte statt weitere OP-Stellen“.
* Abschließend gab es unter dem Motto „Wie hätten SIE entschieden?“ eine spannende Aufgabe auch für das Auditorium. „Wie viele Implantate werden in parodontologisch vorbelastete Patienten inseriert“, fragte Dr. Oliver Brendel/Sindelfingen, Referat Spezialisten der DGÄZ, und meinte: „Nach fünf Jahren tauchen Implantate auf wie U-Boote aus der Ostsee…“ Er stellte einen entsprechenden Fall zur Diskussion, in dem es auch um die Möglichkeit der Erhaltung kritisch wirkender Zähne ging. Wie verschieden die Einschätzungen und Behandlungskonzepte sein können, zeigte die Debatte – ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass es in der modernen Zahnmedizin nur selten einen, sondern meist verschiedene „Wege nach Rom“ gibt. Das machte auch deutlich, wie wichtig es ist, die Vielfalt der Vorgehensweisen immer wieder miteinander zu diskutieren und seinen Horizont zu erweitern, um individuell noch passendere Lösungen für die Patienten im Auge zu haben – eine Aufgabe, die die Jubiläums-Interna hoch eindrucksvoll erfüllt hat.
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